Die Mitglieder des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) kaufen jedes Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 1,25 Billionen Euro ein. Oft geht es dabei um Standardprodukte wie IT-Zubehör, Bürostühle, Schutzhandschuhe oder Reinigungsmittel. In solchen Fällen muss die Auswahl schnell erfolgen.
Gleichzeitig wünschen sich viele Unternehmen und öffentliche Verwaltungen eine nachhaltige Beschaffung. Doch Produkte vor dem Kauf selbst auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu prüfen, kostet viel Zeit und Geld.
Deshalb ist der BME eine Partnerschaft mit ESG-Score.org eingegangen. Ziel ist es, den rund 13.000 Mitgliedern ESG-Score-Daten für Millionen Standardprodukte bereitzustellen. Diese Daten sollen direkt im Katalog erscheinen – zusammen mit Preis- und Leistungsangaben. So können Nachhaltigkeitsaspekte unmittelbar in die Kaufentscheidung einfließen.
„Der BME sieht im ESG-Score einen derzeit in dieser Form einzigartigen Ansatz, Nachhaltigkeit fest in wirtschaftliche Beschaffungsprozesse zu integrieren“, sagt Mirjam Zeller, Geschäftsführerin der BME Marketing GmbH.
ESG-Score als Schlüssel für effiziente nachhaltige Beschaffung
Der ESG-Score soll eine Lücke im Beschaffungsmarkt schließen. Er bündelt öffentlich verfügbare und strukturierte Nachhaltigkeitsinformationen. Dadurch lassen sich Produkte innerhalb einer Warengruppe auf einen Blick vergleichen. Der Score basiert auf kategoriespezifischen Kriterien und produktspezifischen Nachhaltigkeitsdaten.
Die Bewertung erfolgt auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten – ähnlich wie beim Nutri-Score für Lebensmittel. Einkäufer erhalten so eine schnelle Orientierung, ohne selbst umfangreich recherchieren zu müssen. Der ESG-Score ersetzt keine bestehenden Standards oder Labels. Vielmehr führt er unterschiedliche Informationen in einem übergreifenden Ansatz zusammen.
„Nachhaltigkeit im Einkauf erfordert komplexe Analysen und eine klare Strategie. Unser Ziel ist es, diese Komplexität mit praxistauglichen Instrumenten wie dem ESG-Score auch im Alltag beherrschbar zu machen. Wenn Nachhaltigkeit per Klick in die Entscheidung einfließt, wird sie nicht nur gewollt, sondern täglich umgesetzt“, sagt Sarah Baer, Bereichsleitung Innovation & Entwicklung beim BME.
Auch Jan Bussiek, Gründer von ESG-Score.org, sieht großes Potenzial: „Wenn Suchergebnisse in Online-Shops und Beschaffungssystemen nach Nachhaltigkeit sortiert werden können, belohnen Millionen Menschen mit ihrem Kauf die besseren Produkte. Die Zusammenarbeit mit dem BME ist ein wichtiger Schritt, um diesen Ansatz in der Einkaufspraxis zu etablieren.“







