In Deutschland beteiligten sich 1146 Einkaufs- und Supply-Chain-Fachkräfte an der Gehalts-Umfrage von Kloepfel by EPSA, die Vergütungstrends, Branchenunterschiede und Vorteile durch Digitalisierung in der DACH-Region aufzeigt.
Deutliche Gehaltsunterschiede nach Branche
Der Vergleich der Durchschnittsgehälter ergibt ein Gesamtschnitts-Ergebnis von 97.000 Euro für die Industrie. Die Dienstleistungen umfassen 91.000 Euro, wobei der Bereich IT- und Telekommunikation mit 112.000 Euro den höchsten Wert darstellt und das Baugewerbe mit 74.000 Euro deutlich darunter liegt. Im Handel liegt das mittlere Einkommen bei 92.000 Euro, wobei im Online- und Einzelhandel signifikante Steigerungen zu verzeichnen sind. Die Gehälter in der öffentlichen Hand liegen bei 91.000 Euro, während in Infrastrukturbetrieben mit 104.000 Euro die höchste Vergütung zu verzeichnen ist. In der Verwaltung und in Behörden liegt die Vergütung bei 80.000 Euro.
Die Gehälter variieren stark nach Position. Die durchschnittliche Jahresentlohnung für operative Einkäufer liegt bei etwa 55.000 Euro, während strategische Einkäufer im Durchschnitt ein Jahreseinkommen von rund 80.000 Euro erzielen. Die durchschnittliche Vergütung für Einkaufsleiter liegt bei 114.000 Euro. Die Position des CPOs (Chief Procurement Officer) ist mit einer jährlichen Vergütung von 163.000 Euro am höchsten dotiert. Es ist festzuhalten, dass Beschäftigte, die strategische Verantwortung übernehmen und sich aktiv in Themen wie Nachhaltigkeit oder Digitalisierung einbringen sowie KI im Unternehmen nutzen, einen besonderen Vorteil davon tragen.
In 19 Prozent der Fälle wird Leistung nicht bewertet. Das führt zu Gehältern, die 19 Prozent unter dem Schnitt von 96.000 Euro liegen. Das gilt besonders für operative Einkäufer. Am häufigsten zählen Einsparungen, Liefertermintreue und Versorgungssicherheit zur Leistungsmessung. Selten genannte wie Risikomanagement, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung gehen dagegen mit überdurchschnittlichen Einkommen einher.
Regionale Unterschied
Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen Standort und Gehalt. Baden-Württemberg (+10 Prozent) und Bayern (+5 Prozent) liegen deutlich über dem Bundesschnitt. In Berlin werden Spitzengehälter für Einkaufsleiter von bis zu 128.000 Euro gezahlt. Die Bundesländer Sachsen, das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen die höchsten prozentualen Einbußen mit −22, −28 bzw. −32 Prozent. Ein einheitlicher Trend nach Himmelsrichtungen ist jedoch nicht erkennbar. Das Niveau ist vielmehr von der jeweiligen Wirtschaftsstruktur abhängig.
Geschlechterunterschied bleibt bestehen
Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Höhere Teilzeitquoten und eine geringere Präsenz in Führungspositionen erklären einen Teil der Differenz, dennoch bleibt ein Gender-Gap von 11 Prozent. Im strategischen Einkauf fällt der Unterschied mit nur drei Prozent minimal aus.
Lediglich 2,4 Prozent der Befragten sind in Teilzeit tätig. Überstunden sind dagegen weit verbreitet: 28 Prozent der Befragten leisten fünf Stunden und mehr pro Woche. CPOs arbeiten in 69 Prozent der Fälle mit dieser Arbeitsbelastung und erreichen ein Jahreseinkommen von 159.000 bis 182.000 Euro.
Die Analyse zeigt, dass Personen, die mit ihren Entwicklungsmöglichkeiten zufrieden sind, im Durchschnitt ein Einkommen von 114.000 Euro erzielen, während diejenigen, die weniger zufrieden sind, im Durchschnitt 82.000 Euro verdienen. Auch die Wahrnehmung von Fairness wirkt sich aus: Teilnehmende, die ihr Gehalt als „sehr fair“ einschätzen, liegen mit 119.000 Euro deutlich über denen, die es als „gar nicht fair“ empfinden (69.000 Euro).
Digitalisierung bringt Gehaltsvorteile
Zuletzt kann gesagt werden, dass 39 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz einsetzen oder deren Einsatz planen. Für Nutzer ist dies von Vorteil: Im Durchschnitt liegt die Vergütung 21 Prozent über derjenigen der Nicht-Nutzer. In einigen Sektoren kann die Diskrepanz sogar bis zu 38 Prozent betragen. Demnach trägt die Digitalisierung nicht nur zur Steigerung der Effizienz bei, sondern wirkt sich auch unmittelbar auf die Vergütung aus.
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