Klaus Conrad tritt 1954 mit 18 Jahren nach einer Banklehre in das Familienunternehmen ein und übernimmt 1976 die Leitung von Conrad Electronic. Rückblickend wird ihm schon früh ein unternehmerisches Profil zugeschrieben: „Klaus Conrad ist zuverlässig, charismatisch und hat ein sicheres Gespür für gute Geschäfte“, ist in einer Ausgabe der Conrad-Mitarbeiterzeitung aus dem Jahr 1980 zu lesen. Zu seinen prägenden Erfahrungen zählt auch die Flucht aus Berlin in Richtung Oberpfalz – mit einem Restbestand an Ware aus dem Radio-Geschäft.
Neustart in der Oberpfalz
Sein Vater, Werner Conrad, startet in der Oberpfalz durch und bietet per Katalog alles, was der preisbewusste Konsument der Bundesrepublik braucht: von Antennen bis Wäscheschleudern, von Camping-Artikeln bis Schreibwaren. Klaus Conrad stellt schließlich die Weichen in Richtung Wachstum: In den 1960er-Jahren entsteht ein Netz „Technischer Kaufhäuser“ (TeKa) in der Oberpfalz, später folgt ab Mitte der 1980er der Ausbau des Filialgeschäfts – in der Hochphase mit rund 30 Conrad-Filialen in Europa.
Parallel treibt er dabei den Versandhandel technologisch nach vorn: moderne EDV ersetzt manuelle Prozesse, die Logistik wird automatisiert und erweitert. In Hirschau entsteht 1989 das Headquarter („Glasbau“), 1995 wird das Logistikzentrum in Wernberg-Köblitz fertiggestellt und in den Folgejahren ausgebaut; 2014 folgt ein vollautomatisches Shuttlelager. Auch international expandiert das Unternehmen – unter anderem mit einer Einkaufsgesellschaft in Fernost (CEI Hongkong) und Tochterunternehmen in Europa. Aktuell ist Conrad nach eigenen Angaben in 17 Ländern Europas vertreten.
Schwerpunkt deutlich verschoben
In den vergangenen Jahren hat Conrad Electronic den Schwerpunkt erneut deutlich verschoben: weg vom stationären Privatkundengeschäft, hin zu B2B und Plattform-/E-Procurement-Lösungen. 2022 kündigte das Unternehmen an, seine Privatkundenfilialen weitgehend zu schließen und sich stärker auf das B2B-Segment sowie den Onlinevertrieb zu konzentrieren.
Neben der Unternehmensentwicklung ist der Träger des Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor eng mit der Region verbunden und engagiert sich als Förderer in der Region und auf der ganzen Welt – etwa über die Klaus und Gertrud Conrad-Stiftung und die Conrad Sportförderung.







