„Der heutige Tag ist der Startschuss für einen Neuanfang, denn unser Unternehmen hat jetzt wieder eine gesunde Basis und die Aussicht auf eine sichere Zukunft“, so Galeria Karstadt Kaufhof-Chef Miguel Müllenbach in einem Mitarbeiterbrief. Nach einer mehrstündigen Sitzung in der Essener Messe mit der Geschäftsleitung, dem Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz und Sachverwalter Frank Kebekus hat die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zur Rettung des großen deutschen Warenhauskonzerns zugestimmt. Noch in diesem Monat soll das Insolvenzfahren nach den Plänen der Unternehmensführung abgeschlossen werden. Müllenbach wolle sich mit dem Unternehmen bereits im Oktober wieder ohne insolvenzrechtliche Einschränkungen und schuldenfrei dem Wettbewerb um die Kunden stellen. Die Gläubiger verzichten mit diesem Entschluss allerdings auf einen Großteil des Geldes, das ihnen der Warenhauskonzern noch schuldet – Medienberichten zufolge seien das insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro. Galeria Karstadt Kaufhof gehört ebenso wie zahlreiche Warenhaus-Immobilien der Signa Holding des österreichischen Investors Rene Benko. Nach der ersten Karstadt-Insolvenz im Jahr 2009 hatte Benko im Jahr 2013 die Mehrheit gekauft und die Warenhauskette 2015 komplett übernommen. 2018 fusionierten dann Karstadt und Galeria Kaufhof, im Sommer übernahm Signa sämtliche Anteile.
Dennoch werden nach Angaben der Gewerkschaft ver.di mehr als 5000 Stellen gestrichen und 47 Filialen stehen vor dem Aus. Bisher gab es 172 Karstadt- und Kaufhof-Filialen in Deutschland. Einzelne Betriebsräte und ver.di-Tarifkommissionsmitglieder demonstrieren weiterhin gegen die geplanten Streichungen. Insolvenzverwalter, Management und der Eigentümer Signa müssten in die Verantwortung genommen und gleichzeitig mit den Kommunen über die Zukunft der Filialen gesprochen werden.
Kontakt: www.galeria.de