Die Kodi Handels GmbH mit Sitz in Oberhausen steht erneut vor einem Sanierungsverfahren. Wie das Unternehmen mitteilt, hat das Amtsgericht Halle/Saale dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Die Geschäftsführung bleibt handlungs- und weisungsbefugt, wird jedoch von einem vorläufigen Sachwalter beaufsichtigt. Dazu bestellte das Gericht Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing, der die Geschäftsführung im Interesse der Gläubiger überwacht.
Es ist bereits das zweite Restrukturierungsverfahren innerhalb kurzer Zeit. Nach Angaben von Kodi-Geschäftsführer Fabian Grund konnte das vorangegangene Sanierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen und der Geschäftsbetrieb stabilisiert werden. In den vergangenen Monaten hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch in einer Dynamik verschärft, die zuvor nicht absehbar gewesen sei.
Marktumfeld belastet Haushaltswarenkette
Als Gründe für den Schritt nennt das Unternehmen die anhaltend schwache Konsumstimmung sowie den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle. Hinzu kämen hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten und gleichzeitig hohe Mietkosten. Diese Faktoren belasteten das Unternehmen erheblich.
„Das nun eingeleitete Verfahren ist Ausdruck eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Situation. Unser Ziel ist es, den Fortbestand unseres Unternehmens zu sichern“, erklärt Grund. Die Ausgangslage sei allerdings nicht einfach, das müsse man offen einräumen.
50 Filialen vor der Schließung
Im Zuge der Restrukturierung sind laut Unternehmen tiefgreifende Anpassungen erforderlich. Nach derzeitiger Einschätzung muss Kodi rund 50 der aktuell 150 Filialen schließen. Damit verbunden ist auch ein Abbau von Arbeitsplätzen. Weitere organisatorische Maßnahmen würden geprüft und in den kommenden Wochen abgestimmt.
Zunächst wird der Geschäftsbetrieb an sämtlichen Standorten ohne Einschränkungen fortgeführt. Über konkrete Standortschließungen will das Unternehmen informieren, sobald Entscheidungen feststehen. Zu einzelnen Filialen könnten derzeit keine Aussagen getroffen werden.
Die 1200 Beschäftigten – davon 72 im Dienstleistungszentrum und 36 in der Logistik – wurden am Tag der Antragstellung informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind für die Monate Juli, August und September 2026 über das Insolvenzgeld gesichert. Grund bezeichnet die Situation insbesondere für die Mitarbeitenden als hart, die bereits das erste Sanierungsverfahren mitgetragen hätten.
Begleitung durch spezialisierte Kanzleien
Im eigenverwalteten Insolvenzverfahren wird Kodi von der Insolvenz- und Sanierungskanzlei AndresPartner unterstützt. Diese Kanzlei begleitet parallel auch die laufende Sanierung der Schwestergesellschaft Mäc Geiz.
Kodi versorgt seit 1981 Kunden mit Produkten des Alltags. Das Haushalts- und Drogeriesortiment umfasst die Bereiche Reinigen, Kochen, Dekorieren, Heimwerken, Textilien sowie Schreib-, Büro- und Schulbedarf. Das Unternehmen setzt dabei sowohl auf Herstellermarken als auch auf Eigenmarken. Der Filialschwerpunkt liegt in Nordrhein-Westfalen.







