Rund 10.000 Artikel auf nur 120 Quadratmetern: Im Concept Store Gumprecht in Regensburg ist jeder Quadratmeter Teil des Konzepts. Christian Plotzki führt den Laden in der Unteren Bachgasse als kuratierten Ort für Geschenk- und Mitnahmeartikel. Das Sortiment reicht von hochwertigen Schreibgeräten, Grußkarten und Papeterie über Taschen, Spiele, Lifestyleartikel und Wohnaccessoires bis zu Feinkost, Souvenirs und handgefertigten Sammlerstücken.
Der Laden ist dicht bestückt, aber bewusst strukturiert. Im Eingangsbereich stehen Trinkflaschen, Feinkost und Mitbringsel. Gegenüber ziehen Schreibgeräte von Montblanc in beleuchteten Vitrinen den Blick auf sich. Hinter dem Kassenbereich schafft ein Markenshop mit Produkten von Räder Orientierung. In weiteren Räumen reichen Regale mit Taschen, Spielen und Haushaltswaren bis an die Decke. Körbe, Vitrinen und Themenbereiche führen die Kundinnen und Kunden von einer Entdeckung zur nächsten.
Sortiment als tägliche Aufgabe
Plotzki versteht Sortimentsarbeit als permanente Kuratierung. Oft investiert er mehrere Stunden täglich in Auswahl, Prüfung und Anpassung der Produkte. Er sucht Artikel, die hochwertig sind, überraschen und einen besonderen Kick haben. Gleichzeitig werden Lieferanten und Produkte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aussortiert. Zum Netzwerk gehören mehr als 300 Anbieter, darunter kleine Manufakturen, aber auch bekannte Marken. Neue Ware kommt fast täglich an. Da es kaum Lager- und Büroflächen gibt, wird sie direkt auf die Fläche gebracht. Der Ladenalltag besteht aus Auspacken, Einräumen, Umsortieren, Nachfüllen und Nachbestellen. Gute Ware rückt in die Greifzone, schwächere Positionen werden verändert. Was nicht läuft, wird über Aktionen oder Wundertüten abverkauft.
Das Konzept folgt dem Gedanken „Erlebnis pro Quadratmeter statt Umsatz pro Quadratmeter“. Dazu passt auch das Self-Picking-Prinzip: Viele Produkte werden unverpackt präsentiert, damit Kundinnen und Kunden sie anfassen, prüfen und vergleichen können. Die verpackte Ware steht dahinter bereit. So entsteht ein Einkaufserlebnis, das stark auf Entdeckung, Haptik und unmittelbare Warenpräsenz setzt.
Struktur, Atmosphäre und Weiterentwicklung
Das Ladengeschäft wirkt wie ein sorgfältig bestückter Setzkasten. Die Vielzahl der Artikel wird durch Themenbereiche, Markenflächen und eine klare Wareninszenierung gegliedert. Der Taschenbereich nimmt einen eigenen Raum ein; Produkte mit lokalem Bezug, ausgewählte Wohnaccessoires und Sammlerstücke ergänzen das Sortiment. Auch die Gestaltung des Ladens wird laufend weiterentwickelt. Nach dem Besuch des Rid-Stiftungs-Seminars „ShopFit for Future“ setzte Christian Plotzki seine Erkenntnisse zum Verhalten am Point of Sale um. Ein farblich gestalteter Durchgang wirkt heute wie ein Tor, die Haptik des Türgriffs wurde angepasst und im Laden ein roter Teppich ausgelegt. Wegeführung, Farbkonzept und Atmosphäre bleiben damit Teil eines fortlaufenden Prozesses.
Neben dem stationären Geschäft gibt es auch einen Onlineshop, der derzeit nur rund fünf Prozent des Umsatzes ausmacht, aber aber für Sichtbarkeit und Wahrnehmung wichtig ist. Rund 9000 Artikel sind online verfügbar. Natürlich ist man bei Gumprecht auch auf Social Media aktiv; ein TikTok-Shop ist geplant.
Begleitet wird Christian Plotzki seit mehr als 20 Jahren von der Günther Rid Stiftung für den bayerischen Einzelhandel. Seit seinem ersten Seminar 2003 nutzte er Schulungen zu Themen wie Zeitmanagement, Betriebswirtschaft, Kennzahlen, Verkauf, digitaler Kompetenz, Kommunikation und Mitarbeiterführung. Auch beim Neustart, beim Onlineshop und bei der Weiterentwicklung des Ladenkonzepts war die Stiftung mit passenden Angeboten eingebunden.
Die Rid Stiftung für den bayerischen Einzelhandel fördert seit über 35 Jahren Händlerinnen und Händler mit kostenfreien Aus- und Weiterbildungsprogrammen und mittelständische Unternehmen mit intensiven Coaching-Programmen. Die Vision des Gründers Dr. Günther Rid (Bettenrid) war es, die Existenz des mittelständischen Einzelhandels zu sichern und damit auch die Vielfalt der Stadtkultur zu erhalten. Die Zukunftsthemen Innovation, Kooperation und Digitalisierung stehen im Fokus der aktuellen Stiftungsarbeit.









