„Handeln für Händler – gemeinsam mehr erreichen“: Unter diesem Leitmotiv stand die Prisma-Fachtagung 2026 in Mainz vom 13. bis 14. Juni. Rund 130 Teilnehmende aus dem Handel und dem Prisma-Netzwerk kamen zusammen, um sich zu informieren und miteinander über die Lage des Fachhandels, neue Chancen und konkrete Zukunftsprojekte zu sprechen. Der rote Faden des Wochenendes war dabei klar: Der Markt bleibt herausfordernd, doch wer sich positioniert, kooperiert und neue Wege ausprobiert, kann auch 2026 erfolgreich gestalten.
Gute Stimmung und ganz viel Party
Schon der Auftakt am Freitagabend, gesponsert von Stabilo, zeigte die Stärke der Kooperation: persönliche Begegnungen, gute Gespräche und ein sichtbares Gemeinschaftsgefühl. Am Samstag folgte ein WineWalk durch Mainz mit Vesper im Weinladen „Ja oder Wein“, bevor die Abendveranstaltung in der Pyramide Mainz für echte Feierlaune sorgte. Mit Abendessen, Tanz, Gesang und einer ABBA-Coverband wurde aus dem Netzwerktreffen ein stimmungsvoller Gemeinschaftsabend.
Der ABBA-Song „I have a dream“, den die Partygäste, angeführt von Prisma-Vorstand Christian Schmidt dann gemeinsam mit der Band begeistert intonierten, wurde dabei fast zum Motto des Events: trotz schwieriger Rahmenbedingungen an die Zukunft glauben.
Krise ist das neue Normal
Am Sonntagmorgen rückte dann die fachliche Arbeit in den Mittelpunkt. Nach der Eröffnung durch Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Lessak ordnete Christian Schmidt die Situation des Einzelhandels ein. Die Botschaft war deutlich: Krise ist das neue Normal. Preisorientierung, Plattformdruck und Online-Wachstum bleiben bestimmende Faktoren. Der PBS-Markt befindet sich weiter im Strukturwandel; das Marktvolumen sank 2025 um 0,8 Prozent auf rund 12,8 Milliarden Euro, auch für 2026 wird eine leicht rückläufige Entwicklung erwartet. Gleichzeitig verschärfen Anbieter wie Temu, Shein und Amazon Haul den Wettbewerb zusätzlich durch preisgünstige Sortimente.
Auch die Prisma-Zahlen spiegeln diesen schwierigen Markt wider, zeigen aber zugleich Stabilität. Die Mitgliederzahl ging in den vergangenen Jahren zurück: von 720 im Jahr 2023 auf 697 im Jahr 2024 und 666 im Jahr 2025. Der Umsatz lag 2025 bei 137,1 Millionen Euro nach 144,3 Millionen Euro im Vorjahr. Auch der Bonus an die Mitglieder fiel mit rund 1,58 Millionen Euro etwas niedriger aus als 2024. Positiv bleibt jedoch: Prisma wirtschaftete weiterhin solide. Der Jahresüberschuss lag 2025 bei 382.000 Euro, die Umsatzrendite bei 6,2 Prozent. Zudem wurde eine Dividende von 80 Cent je Aktie ausgewiesen.
Als Antwort auf die Marktveränderungen setzt Prisma auf neue Lieferanten, digitale Unterstützung und mehr gemeinsames Handeln. 25 neue Lieferanten kamen 2025 hinzu. Eine KI-gestützte Lieferantensuche soll den Händlern Orientierung geben, zudem ist für Mitte Oktober eine virtuelle PBS-Messe geplant. Ein weiterer Schwerpunkt: Innenstädte brauchen mehr als Shopping. Kooperationen mit Gastronomie, Events und Pop-up-Formaten wurden als wichtige Bausteine für Frequenz und Besucheraktivierung genannt.
Keynote „Mut schlägt Mittelmaß“
Zum Abschluss setzte Felix Thönnessen, Keynote-Speaker, Unternehmer und bekannt als Impulsgeber für Innovation, Gründung und Zukunftsthemen, mit seinem Vortrag „Mut schlägt Mittelmaß“ ein motivierendes Ausrufezeichen. Sein Appell passte zum Tenor der Tagung: Zukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Haltung, Innovation und Zusammenarbeit. Oder, wie es aus dem Kreis der Händler hieß: „Wir sind so viel mehr als online.“







