Laut einer Mitteilung des Unternehmens hat die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach einen Kaufvertrag mit der Kids & School Holding abgeschlossen. Gesellschafter der Holding ist die TOP Locc GmbH unter Führung des geschäftsführenden Gesellschafters Achim Weniger. ROFU befindet sich seit dem 19. Januar 2026 in einem Eigenverwaltungsverfahren.
Ablauf der Insolvenzplanlösung
Nach Angaben von ROFU soll der Insolvenzplan in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Team von PLUTA Management erstellt werden. Im Sommer ist ein Erörterungs- und Abstimmungstermin vorgesehen. Stimmt die Gläubigerversammlung mehrheitlich zu, können die Investoren den Geschäftsbetrieb sowie wesentliche Vermögenswerte übernehmen. Geplant ist, dass ROFU ab August 2026 wieder eigenständig agieren kann.
Die Eigenverwaltung wird von Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing (PLUTA Management) und Daniela Jeske begleitet. Die insolvenzrechtliche Beratung verantwortet Rechtsanwalt Stefan Warmuth von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH. Das Amtsgericht Idar-Oberstein bestellte Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Schiebe und Collegen zur Sachwalterin. Sie spricht von einem „trotz enger Zeitschiene und einem schwierigen konjunkturellen Umfeld“ erfolgreich verlaufenen M&A-Prozess. Katholing erklärt, eine langfristige Fortführung sei nur auf diesem Weg möglich gewesen, andernfalls hätte der Betrieb eingestellt werden müssen.
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Konzept überzeugen konnten“, erklärt Achim Weniger von der der Kids & School Holding, „wir sehen großes Potenzial, das Unternehmen ROFU weiterzuentwickeln und als wichtigen stationären Marktpartner in der Spielwarenbranche dauerhaft zu positionieren. Mit gezielten Maßnahmen und dem vorgestellten Restrukturierungsplan wollen wir ROFU wieder profitabel machen und in eine positive Zukunft führen. Der Fokus liegt auf effizienten Prozessen und strategischen Partnerschaften, um die Filialen wirtschaftlich zu betreiben. Das traditionsreiche Familienunternehmen mit einem großen Filialnetz bietet tolle Sortimente für Kinder und Familien, umfassende Services und Beratung vor Ort.“
Filialnetz wird verkleinert
Die Investorenvereinbarung sieht dabei die Fortführung von 77 der über 100 Filialen mit 1035 Beschäftigten vor, die vom Investor übernommen werden. 27 Standorte gehören nicht zum Erwerberkonzept. Diese Filialen sollen voraussichtlich bis Juli Räumungsverkäufe durchführen und anschließend an die Vermieter zurückgegeben werden. Rund 330 Mitarbeitern muss gekündigt werden, mehr als drei Viertel davon sind laut Unternehmensangaben Teilzeitkräfte und Aushilfen.
Auch in der Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach kommt es zum Personalabbau: Von rund 360 Beschäftigten werden über 80 übernommen. Das Außenlager in Rammstein mit etwa 60 Mitarbeitern wird geschlossen. Insgesamt sollen rund 1120 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der Geschäftsbetrieb in den Fachmärkten und im Online-Shop läuft währenddessen unverändert weiter, die Gehälter werden aus den laufenden Einnahmen bezahlt.
Geschäftsführer Michael Edl ist bereits Anfang April aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Michael Fuchs steht dem Unternehmen in den kommenden Wochen noch zur Verfügung und wird nach der Übertragung an die Investoren ausscheiden.








