Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mbH mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach (Rheinland-Pfalz) hat ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Amtsgericht Idar-Oberstein hat das vorläufige Verfahren am 19. Januar angeordnet. Ziel ist es, das Unternehmen wirtschaftlich und strukturell neu auszurichten – unter eigener Führung, aber mit externer Unterstützung.
Im Zuge der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt. Unterstützt wird sie von Sanierungsexperten der PLUTA Management GmbH: Marcus Katholing tritt als Chief Restructuring Officer (CRO) in die Geschäftsleitung ein, begleitet von Daniela Jeske. Gemeinsam mit den beiden ROFU-Geschäftsführern Michael Fuchs und Michael Edl steuern sie die Umsetzung des Sanierungsplans. Die insolvenzrechtliche Beratung übernimmt PLUTA Rechtsanwalt Stefan Warmuth.
Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht die Rechtsanwältin Annemarie Dhonau LL.M. von der Kanzlei Schiebe und Collegen. Sie begleitet das Verfahren im Interesse der Gläubiger und überwacht die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter
Trotz Sanierungsverfahren bleibt der Geschäftsbetrieb an allen 104 Standorten in sieben Bundesländern vollständig aufrechterhalten. Auch der Online-Shop bleibt in Betrieb. ROFU informiert, dass Gehälter der rund 1.970 Beschäftigten über das Insolvenzgeld abgesichert sind.
„Unsere Fachmärkte bleiben wie gewohnt geöffnet. Der Verkauf läuft stabil, und auch Online-Bestellungen sind weiterhin möglich. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir daran, den Betrieb sicherzustellen“, so Geschäftsführer Michael Fuchs.
Ein bereits entwickeltes Sanierungskonzept soll nun konsequent umgesetzt werden. Gründe für den Antrag seien ein schwaches Weihnachtsgeschäft, gestiegene Kosten in der gesamten Lieferkette, eine zurückhaltende Konsumstimmung sowie intensiver Wettbewerbsdruck im Nonfood-Handel.
Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung fokussiert sich ROFU künftig stärker auf den stationären Handel – ergänzt durch digitale Angebote. Prozesse sollen optimiert, Flächen effizienter genutzt und die Zusammenarbeit mit Lieferanten ausgebaut werden.
Investorenprozess läuft weiter
Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing betont: „Die Eigenverwaltung bietet uns die Chance, notwendige Maßnahmen zügig umzusetzen. Parallel dazu setzen wir den begonnenen Investorenprozess fort, um ROFU nachhaltig für die Zukunft aufzustellen.“
Auch die vorläufige Sachwalterin Annemarie Dhonau sieht Perspektiven: „Das Eigenverwaltungsverfahren bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, strukturelle Herausforderungen aktiv anzugehen. Ich werde das Verfahren im Sinne der Gläubiger begleiten.“








