„2025 war noch schwieriger als erwartet, jetzt müssen wir gemeinsames Handeln in den Vordergrund stellen“, fand Stefan Salzer, der neue Vorstandsvorsitzende der Overather Fachhandelsgenossenschaft, auf seiner ersten Generalversammlung richtete, klare Worte an die Teilnehmenden. Vor dem Hintergrund internationaler Konflikte, ökonomischer Unsicherheiten und des anhaltenden strukturellen Wandels der Branche habe sich das Geschäft im zurückliegenden Jahr nicht wie gewünscht entwickelt, konstatierte Salzer gemeinsam mit seinem Vorstandkollegen Georg Mersmann bei der Präsentation der Konzernergebnisse. So lag der Gesamtabrechnungsumsatz für das Geschäftsjahr 2025 bei 748 Millionen Euro und damit 0,5 Prozent unter dem Vorjahr. „Damit konnten wir den Umsatz trotz gegenläufiger Markteffekte nahezu stabil halten“, so Mersmann. Allerdings sei das Gesamtergebnis von Soennecken durch höhere Ausgaben belastet gewesen. Gründe dafür waren vor allem Kostensteigerungen im Lagerbetrieb sowie Investitionen in die beiden großen IT-Projekte ERP- und Shopsystem.
Für die Mitglieder der Genossenschaft gab es dennoch gute Nachrichten: Sie erhalten die für das vergangene Geschäftsjahr zugesagte Ausschüttung in voller Höhe. Mit 1,7 Prozent bleibt die Ausschüttungsquote zudem nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (1,8 Prozent). Außerdem konnte die Eigenkapitalquote mit 38,1 Prozent im Jahr 2025 nahezu stabil gehalten werden.
Kerngeschäft unter Druck
Der Blick auf die Zahlen der einzelnen Geschäftsbereiche zeigte, wie stark der Markt unter Druck steht. Umsatzrückgänge verzeichneten 2025 vor allem die Kerngeschäftssegmente Papeterie (-3,6 Prozent), Bürobedarf (-9,5 Prozent) und Bürotechnik (-10,7 Prozent). Der 2024 übernommene Kita- und Schulausstatter Erstling verbuchte gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von rund 18,3 Prozent. Hauptursache hierfür war die verspätete Verabschiedung des Digitalpakts 2.0, die im Bildungssektor zu einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft führte.
Dem gegenüber standen positive Entwicklungen im Bereich Büroeinrichtung (+3,2 Prozent) und beim Tochterunternehmen Nordanex, die ein Plus von 25,8 Prozent verzeichnete. Die IT-Kooperation von Soennecken profitierte unter anderem vom Supportende von Windows 10. Das Kölner Fachhandelsunternehmen Ortloff schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem im Vergleich zum Vorjahr stabilen Umsatz von 4,6 Millionen Euro ab. Angesichts der allgemeinen Kaufzurückhaltung im Einzelhandel wertete der Soennecken-Vorstand dies als positive Entwicklung.
Stärkung der Mitglieder im Fokus
„Unsere Basis ist stark, und das muss sie auch künftig bleiben“, betonte Stefan Salzer beim Ausblick auf die weitere Entwicklung von Soennecken. „Deshalb hat 2026 der Erfolg unserer Mitglieder und damit der Fokus auf genossenschaftliche Kernaufgaben oberste Priorität.“
Im Bereich Sortimente zeigte Salzer Soenneckens Entwicklung der letzten zehn Jahre auf – vom klassischen Bürobedarfs-Sortimentsanbieter zu einem C-Artikel-Lieferanten mit über 42.000 Artikeln. Dabei unterstrich er die Bedeutung nicht digitalisierbarer Angebote aus den Bereichen Catering, Food, Reinigung, Hygiene, Baumarkt, Garten und Outdoor-Arbeiten. Zugleich würden klassische Sortimente weiterhin kritisch geprüft und gezielt konsolidiert.
Georg Mersmann zeigte zudem Optimierungen im Bereich Logistik auf, darunter eine verbesserte Verpackungsqualität zur Senkung der Reklamationsquote. Beim Ausbau des E-Commerce-Geschäfts stellte Mersmann weitere Optimierungen im bereits erfolgreich etablierten „YourCommerce“-Shop, sowie das für das zweite Quartal geplante Release für Soenneckens neues E-Procurement-System „YourProcure“ vor, welches mit Storyblok ein modernes Content-Management-System böte. Auch das Thema Robotik gewinne zunehmend an Dynamik, führte Mersmann weiter aus. „Die Soennecken Arbeitsgruppe besteht bereits aus 22 Mitgliedern, wächst kontinuierlich und treibt dieses spannende und zukunftsweisende Geschäftsmodell gemeinsam voran.“
„Wir haben ein starkes Fundament“
Zum Abschluss der Generalversammlung stellte Stefan Salzer noch einmal die Resilienz und Stärke der Genossenschaft heraus. „Wir haben ein starkes Fundament. Jetzt gilt es, darauf aufbauend mit mutigen Veränderungen in die Zukunft zu starten und den Wandel gemeinsam zu gestalten.“
Im Rahmen der turnusgemäßen Wahlen folgte die Generalversammlung dem Vorschlag des Soennecken-Aufsichtsrats und bestätigte die amtierenden Aufsichtsratsmitglieder Birgit Holzmann und André Nösse für eine weitere Amtszeit im Gremium.







