Die Takkt-Gruppe hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 228,1 Millionen Euro erzielt, nach 240,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Bereinigt um Wechselkurseffekte betrug der organische Rückgang 4,1 Prozent. Rund ein Prozentpunkt dieses Rückgangs geht laut Unternehmen auf die Einstellung des Projektgeschäfts in der Division Foodservices zurück. Im ersten Halbjahr summierten sich die Erlöse auf 453,8 Millionen Euro gegenüber 491,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Wechselkurseffekte belasteten die Entwicklung mit 2,3 Prozentpunkten, organisch ergab sich ein Minus von 5,4 Prozent.
CEO Andreas Weishaar verweist auf greifende Stabilisierungsmaßnahmen. Im europäischen Kerngeschäft Industrial & Packaging habe man im zweiten Quartal in den meisten Ländern einen höheren Auftragseingang erzielt als im Vorjahr. Der Vertrieb von Büroausstattung durch NBF in den USA habe sein positives Wachstum zusätzlich beschleunigt. Als Belastung nennt Weishaar die volatilen Rahmenbedingungen sowie negative Auswirkungen des Iran-Kriegs.
Divisionen mit unterschiedlicher Entwicklung
Die Division Industrial & Packaging – mit der Kernmarke kaiserkraft – verzeichnete im ersten Halbjahr eine organische Umsatzentwicklung von minus 4,6 Prozent bei einem Umsatz von 271,5 Millionen Euro. Nach einem verhaltenen Start stabilisierte sich die Lage im zweiten Quartal, blieb aber leicht negativ. Umsatzrückgänge fielen vor allem im Heimatmarkt Deutschland an.
In der Division Office Furniture & Displays erzielte Takkt in den USA ein organisches Plus von 0,9 Prozent im Halbjahr, gestützt auf die anhaltende Belebung des Büromöbelgeschäfts. Das Display-Geschäft lag leicht unter Vorjahr. Die Foodservices-Division verlor organisch 13,7 Prozent; bereinigt um den Wegfall des Projektgeschäfts ergibt sich laut Unternehmen ein Minus von 7 Prozent.
Kostenmanagement und Operating Model
Die Rohertragsmarge blieb im Halbjahresvergleich mit 39,6 Prozent nahezu unverändert. Weishaar verweist auf höhere Frachtkosten und steigende Einkaufspreise, insbesondere bei Verpackungen. Positiv wirkten im zweiten Quartal die geänderten Bestimmungen bei Importzöllen in den USA. Die um Einmaleffekte bereinigten Kosten reduzierte die Gruppe im ersten Halbjahr um rund 9 Millionen Euro.
CFO Timo Krutoff verweist auf das vor einem Jahr in der I&P gestartete neue Operating Model, das einen höheren Automatisierungsgrad und mehr Flexibilität bringen soll. Bei der geplanten Kostenreduzierung um mindestens 30 Millionen Euro liege man voll im Plan. Die einmaligen Aufwendungen stiegen auf 6,0 Millionen Euro nach 4,0 Millionen im Vorjahr und resultierten überwiegend aus Anpassungen im europäischen Lagernetzwerk. Das EBITDA sank auf 9,0 Millionen Euro nach 16,9 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 3,3 Prozent nach 4,3 Prozent. Der Free Cashflow drehte im zweiten Quartal mit 0,6 Millionen Euro leicht ins Plus und lag zur Jahresmitte mit minus 9,2 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.
Portfoliobereinigung durch XXLhoreca-Verkauf
Im Rahmen der Forward-Strategie hat Takkt das europäische Geschäft mit Gastronomieausstattung veräußert. Der Verkauf von XXLhoreca zum 30. Juni 2026 folgt auf die Trennung von MyDisplays und den Rückzug aus dem margenschwachen Projektgeschäft der Foodservices. Damit will die Gruppe Komplexität im Portfolio reduzieren und Ressourcen stärker auf das europäische Kerngeschäft der I&P-Division sowie profitable Aktivitäten konzentrieren.
Prognose bestätigt
Für das zweite Halbjahr rechnet Takkt mit einem weiterhin unsicheren Marktumfeld. Insbesondere die Entwicklung des Nahost-Konflikts und mögliche Effekte auf Energiepreise, Inflation und Investitionsbereitschaft der Kunden seien schwer abschätzbar. Verfügbare Konjunkturindikatoren signalisierten jedoch keine weitere Eintrübung. Die Gruppe bestätigt ihre Prognose einer organischen Umsatzentwicklung zwischen minus 7 und plus 3 Prozent sowie einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 2 und 5 Prozent.
Weishaar kündigt an, die Go-to-Market-Initiativen konsequent weiterzuverfolgen und Kostenstrukturen sowie Cash-Generierung weiter zu verbessern. Die einmaligen Aufwendungen sollen niedriger ausfallen als zu Jahresbeginn erwartet und im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Für den Free Cashflow erwartet Takkt ein positives Jahresergebnis, schließt einen leicht negativen Wert je nach Ergebnisentwicklung aber nicht aus. Die Veröffentlichung der Neun-Monats-Zahlen ist für den 28. Oktober 2026 geplant.







