Frank Exslager, Sie sind seit rund neun Monaten Geschäftsführer der PBS Deutschland GmbH. Sind Sie angekommen? Was waren die größten Herausforderungen?
Nach rund neun Monaten kann ich sagen: Ja, ich bin sehr freundlich von meinen Kolleginnen und Kollegen empfangen worden und damit auch sehr gut angekommen. Jeder Wechsel in eine neue Organisation bringt natürlich immer eine intensive Einarbeitung mit sich – gerade in einer Unternehmensgruppe wie unserer bei der PBS Deutschland Gruppe mit vielen Aktivitäten und starken Partnern im Markt.
Für mich ist es immer wichtig, zuerst zuzuhören, Strukturen und Prozesse zu verstehen und den Austausch mit unseren Fachhandelspartnern sowie den Teams in den Unternehmen zu suchen. Die größte Herausforderung besteht darin, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und gleichzeitig die strategische Weiterentwicklung konsequent voranzutreiben. Genau darin liegt aber auch eine große Chance.
Können Sie die Aktivitäten und die Struktur der PBS Deutschland kurz erklären?
Im Kern ist die PBS Deutschland ein Systemgroßhändler und Dienstleistungspartner für den PBS-Fachhandel. Unser Anspruch ist es, unseren Händlern nicht nur Ware zu liefern, sondern ihnen ein umfassendes Leistungssystem anzubieten. Dazu gehören ein breites Sortiment, leistungsfähige Logistik, Marketingunterstützung sowie digitale und organisatorische Services. Über unsere Logistikstandorte und die Zusammenarbeit mit unserer Logistikgesellschaft Logitek stellen wir eine schnelle und zuverlässige Warenversorgung sicher.
Ergänzt wird das durch Systemlösungen für Einkauf, Datenmanagement und Warenwirtschaft sowie durch unsere Handelsmarken und Marketingkonzepte. Kurz gesagt: Wir bündeln Einkauf, Logistik, Systeme und Dienstleistungen, damit der Fachhandel effizient arbeiten und sich im Wettbewerb behaupten kann.
Die Geschäftsführungen von Alka, PBS Deutschland, Hofmann + Zeiher und PCI wurden zu Beginn des Geschäftsjahres 2026 in einer gemeinsamen Führungsstruktur zusammengeführt.
Was bedeutet das für das operative Geschäft und für die Händler?
Die gemeinsame Führungsstruktur sorgt vor allem für mehr Abstimmung und Effizienz innerhalb der Gruppe. Für das operative Geschäft bedeutet das eine größere Kunden- und damit Marktnähe, schnellere Entscheidungswege und eine engere Verzahnung all unserer Leistungen. Wichtig ist dabei: Die einzelnen Gesellschaften behalten ihre jeweiligen Stärken und Marktrollen. Für unsere Fachhandelskunden soll sich vor allem der Nutzen erhöhen – durch gebündelte Kompetenzen, klarere Prozesse und ein noch stärkeres Leistungsangebot.
Ende Januar wurde eine Kooperation mit dem Büroring bekanntgegeben. Welche Ziele verfolgen Sie damit?
Mit der Kooperation mit der Büroring eG wollen wir den PBS-Fachhandel in einem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld nachhaltig stärken. Die Zusammenarbeit ist bewusst langfristig angelegt und geht über eine klassische Lieferbeziehung hinaus. Für unsere Händler entstehen zusätzliche Mehrwerte – etwa durch erweiterte Sortimentszugänge, eine neue Multi-Eigenmarkenstrategie, ein breiteres Sortiment, hohe Warenverfügbarkeit und effizientere Versorgungsprozesse. Gleichzeitig sehen wir Potenziale für eine engere Zusammenarbeit bei Beschaffung, Sortimenten, Marketing und Services.
Welche Ziele haben Sie sich für die PBS Deutschland in den kommenden Jahren gesetzt?
Unser Ziel ist es, die PBS Deutschland und die angeschlossenen Unternehmen strategisch weiterzuentwickeln und unsere Händler bestmöglich zu unterstützen. Dazu gehören der Ausbau unserer Dienstleistungen, die Weiterentwicklung von Konzepten für den stationären Handel sowie die Stärkung digitaler und logistischer Angebote. Gleichzeitig wollen wir Kooperationen und Partnerschaften weiter ausbauen. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen eine Plattform sein, die den PBS-Fachhandel auch in Zukunft erfolgreich macht.
Die Neuheitentage fanden im Januar unter neuen Voraussetzungen statt. Wie ist die Veranstaltung verlaufen?
Die Neuheitentage sind insgesamt sehr positiv verlaufen. Das neue Konzept wurde von Ausstellern und Fachhandelspartnern gut angenommen, was sich auch in der Besucherresonanz und dem intensiven Austausch vor Ort gezeigt hat. Im Mittelpunkt standen natürlich die Produktneuheiten für das kommende Jahr, aber auch Themen wie Sortimentstrends, nachhaltige Produkte und neue Vermarktungskonzepte für den Fachhandel. Gerade der persönliche Austausch macht solche Veranstaltungen für unsere Partner besonders wertvoll.
Wie sehen Sie die Zukunft des stationären PBS-Handels?
Der PBS-Markt zeigt sich insgesamt relativ stabil, auch wenn wir – wie viele Branchen – mit strukturellen Veränderungen, steigenden Kosten und einer gewissen Kaufzurückhaltung konfrontiert sind. Gleichzeitig bleibt der stationäre Fachhandel für viele Verbraucher ein wichtiger Einkaufskanal. Beratung, Sortimentskompetenz und Kundennähe sind klare Stärken.
Hinzu kommen stabile Segmente wie das Schulgeschäft oder Verbrauchsmaterialien rund um Büro und Homeoffice. Ich bin deshalb überzeugt, dass der stationäre PBS-Fachhandel auch künftig eine wichtige Rolle spielen wird – besonders für Händler, die ihre Stärken konsequent ausspielen und gleichzeitig Themen wie Multichannel und zusätzliche Services integrieren.









