Maik Fischer, das wird die erste Orgatec unter Ihrer Leitung – was wünschen Sie sich für die Veranstaltung?
Ich wünsche mir, dass die Orgatec 2026 als der Ort wahrgenommen wird, an dem die Branche nicht nur Produkte zeigt, sondern gemeinsam Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit entwickelt. Arbeitswelten verändern sich rasant – technologisch, gesellschaftlich und kulturell. Die Orgatec soll der Rahmen sein, in dem diese Transformation sichtbar, greifbar und diskutierbar wird. Wenn Besuchende nach Köln kommen und mit neuen Perspektiven, konkreten Lösungen und wertvollen Kontakten nach Hause gehen, haben wir unser Ziel erreicht.
Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen heute bei der Einrichtung neuer Arbeitswelten?
Unternehmen stehen heute vor der Aufgabe, Arbeitsumgebungen zu schaffen, die nicht nur funktional sind, sondern echte Begegnung ermöglichen. In einer zunehmend digitalen Welt und in Zeiten des – mehr oder weniger – umfangreichen mobilen Arbeitens wächst das Bedürfnis nach Nähe, Gemeinschaft und Sinn – das, was wir als „Human-to-Human-Experience“ beschreiben. Räume sollen soziale Interaktion fördern, Identität stiften und Zusammenarbeit unterstützen – über reine Effizienz hinaus.
Gleichzeitig erleben Organisationen Wandel als Dauerzustand. „Transition“ bedeutet, dass Arbeitswelten so gestaltet sein müssen, dass sie sich kontinuierlich weiterentwickeln können. Gefragt sind flexible, langlebige und multifunktionale Designlösungen, die sich an immer wieder neue Anforderungen anpassen lassen. Genau diese Balance aus menschlicher Nähe und struktureller Anpassungsfähigkeit stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Ein Besuch der Orgatec bietet hier die Möglichkeit, genau solche Lösungen im Kontext zu erleben, Best Practices kennenzulernen und sich mit Expert:innen und Herstellern direkt auszutauschen.
Vor welchen Herausforderungen steht die Branche und wie kann eine Messe, wie kann die Orgatec die Branche unterstützen?
Die Branche bewegt sich in einem Spannungsfeld aus wirtschaftlich unsicheren Zeiten, Innovationsdruck, Kosteneffizienz und steigenden Erwartungen an Nachhaltigkeit und Nutzerorientierung. Gleichzeitig verändern sich Beschaffungsprozesse und Entscheidungsstrukturen. Eine Messe wie die Orgatec ist deshalb gerade jetzt genau der richtige Ort diese Entwicklungen gebündelt zu diskutieren, Lösungen im Schulterschluss zu suchen, neue Partnerschaften zu knüpfen und sich international zu vernetzen.
Das Leitthema der Messe lautet „From Rooms to Relationships: designing spaces in an ever-changing world“: Können Sie das genauer erläutern?
Räume sind heute mehr als funktionale Hüllen. Sie beeinflussen, wie Menschen miteinander arbeiten, kommunizieren und sich fühlen. „From rooms to relationships“ beschreibt genau diesen Perspektivwechsel: weg vom einzelnen Raum, hin zur Ganzheitlichkeit; den Beziehungen, die darin entstehen. Das zeigt sich in offenen Kollaborationszonen, Rückzugsorten, intelligent vernetzten Arbeitsplätzen und Konzepten, die physische und digitale Welt verbinden. Und „designing spaces in an ever-changing world“ soll dazu anregen die Gestaltung von Räumen sowohl im Arbeitsumfeld als auch im öffentlichen Bereich so zu denken, dass sie dem Dauerzustand des Wandels gerecht werden können.
Gibt es ein Thema, das Ihnen persönlich ganz besonders am Herzen liegt?
Ich finde es wichtig, dass wir Arbeitswelten als kulturelle Räume begreifen. Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind dabei zentrale Treiber, aber im Kern geht es um den Menschen. Wie fühlen sich Mitarbeitende? Wie entsteht Zugehörigkeit? Wie unterstützen Räume Kreativität und Gesundheit? Diese Fragen sollten im Mittelpunkt jeder Planung stehen.
Aus diesem ganzheitlichen Verständnis heraus spielt Nachhaltigkeit für mich auch auf Messeebene eine zentrale Rolle. Dabei sind es oft die vermeintlich kleinen Maßnahmen, die eine spürbare Wirkung entfalten. Für die Orgatec 2026 arbeiten wir unter anderem mit Trash Galore und der Kölner Tafel zusammen. So schaffen wir gemeinsam mit unseren Ausstellenden die Möglichkeit, überschüssige Standbaumaterialien nach Messeende sozialen Initiativen zur Weiterverwendung zur Verfügung zu stellen, anstatt sie zu entsorgen. Darüber hinaus werden während der laufenden Messe übrig gebliebene, einwandfreie Lebensmittel aus dem Standcatering gesammelt und an soziale Einrichtungen in Köln weitergegeben. Auf diese Weise wird Verantwortung im Rahmen der Orgatec in konkretes Handeln übersetzt.
Dürfen Sie uns schon verraten, welches die zentralen Themen und Highlights sein werden?
Ja, unter dem Titel „Orgatec Perspectives“ entstehen beispielsweise zwei kuratierte Sonderschauen vom Studio Hanne Willmann für den Bereich „Contract Solutions“ und von Pearson Lloyd für „Workspace Solutions“, die auch unser Leitthema räumlich erlebbar machen. Ein weiterer zentraler Baustein ist die zweite Auflage des „Wherever Whenever – Work Culture Festival“ des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt, dem ideellen Träger der Orgatec, in den Hallen 6 und 9, das Impulse zu Arbeitskultur, Kollaboration, Nachhaltigkeit und KI setzt – unter anderem mit Beiträgen von Peggie Rothe und Miriam Meckel.
Warum lohnt es sich gerade auch für den Fachhandel die Messe zu besuchen?
Die Orgatec ist die internationale Leitmesse für Workspace und Contract Solutions und klar als B2B-Plattform für Fachbesuchende aus unterschiedlichen Bereichen positioniert – vom Fachhandel über Planung und Architektur bis hin zu Unternehmens- und Objektausstattung. Gerade für den Fachhandel bietet sie einen umfassenden Überblick über marktreife Lösungen, Trends und neue Herstellerkontakte im internationalen Umfeld. Gleichzeitig schaffen gezielte Formate und Themenbereiche Orientierung für das eigene Sortiment.
Sollten auch Einkaufsentscheider:innen aus Unternehmen und Behörden den Termin vormerken?
Unbedingt. Einkaufsentscheider:innen aus Unternehmen, Institutionen und Behörden gehören zum Kernpublikum der Orgatec. Die Messe ist genau auf diese Zielgruppe ausgerichtet, die vor konkreten Transformations- und Beschaffungsprojekten steht und Lösungen nicht nur sehen, sondern im Zusammenhang verstehen und sich so eine eigene Meinung bilden möchte. Auf der Orgatec lassen sich Produkte, Konzepte und Raumlösungen im realen Kontext erleben und direkt mit Herstellern, Planenden und Expert:innen besprechen. Das erleichtert Entscheidungsprozesse und schafft eine Basis für Investitionen. Spezifische Formate, sowie das begleitende Eventprogramm unterstützen zusätzlich dabei, relevante Impulse für eigene Projekte mitzunehmen.







