Dirk Offermanns, seit vergangenem September sind Sie Geschäftsführer bei Kinnarps Deutschland. Was sind Ihre bisherigen Eindrücke vom Unternehmen?
Was mich nachhaltig beeindruckt hat, war mein Onboarding. Unser CEO Robert Petersson hat sehr viel Wert daraufgelegt, dass ich meine ersten Tage im Unternehmen in Schweden verbringe. Von der Woche am Headquarter in Kinnarp habe ich vor allem drei Dinge für mich mitgenommen: Zum einen die Größe und Leistungsfähigkeit des Unternehmens mit insgesamt 1800 Mitarbeitern und drei Produktionsstätten. Die Produktionsstandards, die Fertigungstiefe und -kompetenz haben mich wirklich beeindruckt. Ich bin ein Kind der Büromöbelbranche und habe in den vergangenen 30 Jahren viele Produktionsstätten gesehen, aber kein Unternehmen, das eine solche Kompetenz unter einem Dach vereint.
Das zweite, was mich beeindruckt hat, war die Herzlichkeit, mit der ich empfangen wurde. Das ist ein Stück des schwedischen Lebens und damit auch der Unternehmenskultur bei Kinnarps. Die Offenheit fängt beim „Du“ an und geht so weit, dass Hierarchie und Status in Schweden eine andere, untergeordnete Rolle spielen.
Das dritte ist der internationale Anspruch kombiniert mit dem Ziel zu wachsen – aber nachhaltig: Nachhaltig profitabel und auch nachhaltig, was die Themen Produktion und Logistik sowie Lebensdauer angeht.
Sie haben einmal gesagt, dass Sie sich als „Botschafter der skandinavischen Unternehmenskultur“ verstehen. Was genau macht denn den schwedischen Spirit aus?
Die Schweden gehen einfach anders miteinander um: Auffallend sind die Herzlichkeit, die Freundlichkeit und das Fehlen von Hierarchien. Es macht wirklich einen Unterschied aus, und das war für mich auch der Hauptgrund, zu Kinnarps zu gehen. Um das auch in der deutschen Vertriebsorganisation wieder erlebbar zu machen, intensivieren wir gerade wieder die Zusammenarbeit mit den schwedischen Kolleginnen und Kollegen, vor allem in der Projektarbeit. Das ist in den Corona-Zeiten mit den eingeschränkten Reisemöglichkeiten natürlich zu kurz gekommen.
Neben dem Abbau der Sprachbarrieren – die Kommunikation mit den schwedischen Kollegen läuft ja auf Englisch – profitieren wir auch vom Einblick in andere Arbeitsabläufe und dem entstehenden Netzwerk. Am wichtigsten ist, dass die Kollegen, die rübergehen, Teil dieser skandinavischen Kultur werden. Sie erleben den anderen Umgang miteinander, die Pausenkultur, die Meetingkultur – sie erleben diesen Spirit in ganz vielen Dingen.
Nehmen wir zum Beispiel diese „Fikas“, diese Kaffeepausen, die wir jetzt auch in Deutschland eingeführt haben. Da unterbricht man nachmittags die Arbeit und trifft sich im Team auf einen gemütlichen Kaffee, der dann auch gerne mit einer Zimtschnecke begleitet wird. Das wird wirklich zelebriert: Das Handy wird beiseite gelegt und dann hat man Zeit füreinander. Das ist einfach eine wunderschöne Geste.
Natürlich gibt es auch in so einer Unternehmenskultur Strukturen und Führungsanspruch, aber man lässt es nicht so raushängen und dokumentiert das in keinster Weise. Ein Beispiel: Es gab in Worms auch ein klassisches Chefbüro. Das war so ein typisches Statussymbol – mit Ledersessel und allem. Diesen Raum haben wir jetzt entpersonalisiert. Warum soll ich, wo ich doch nur zwei bis drei Tage die Woche hier bin, ein personalisiertes Büro und einen personalisierten Parkplatz haben? Das macht aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn. Insofern heißt mein entsprechend unmöbliertes ehemaliges Büro jetzt Projektraum – und jeder kann ihn in Outlook buchen. Das wurde nach dem ersten Tag bereits aktiv genutzt.
Die Fika-Kultur erfordert ja Präsenz im Büro. Wie ist denn da ihre Sichtweise? Wie handhaben sie das?
Wir haben in Worms ohnehin nicht genügend Arbeitsplätze für alle Mitarbeitende. Wir sagen, zwei bis drei Präsenztage die Woche im Büro wären sinnvoll. Und es sollten die Tage sein, an denen dann möglichst viele im Büro sind. Wir legen Wert darauf, dass das Büro ein Ort ist, an dem kommuniziert wird, an dem Teamarbeit stattfindet und an dem Informationen in persönlichen Gesprächen geteilt werden.
Und natürlich gibt es bei uns auch eine Online-Fika-Kultur: Unser Planungsteam, sieben Kolleginnen, ist auf ganz Deutschland verteilt und die machen einmal in der Woche eine Fika, aber online, weil es gar nicht möglich ist, dass sie sich alle wöchentlich in Präsenz sehen. Umgekehrt haben wir aber auch einmal im Monat ein Vertriebsmeeting in Präsenz, weil ich als neuer Geschäftsführer da nah an das Team rücken möchte. Wir treffen uns dann abwechselnd an unseren drei Standorten und schalten je nach Bedarf Mitarbeitende online dazu.
Insgesamt sind wir da super flexibel und ich glaube, das erwartet man heute auch von einem attraktiven Arbeitgeber. Wenn man ins Büro kommt, dann muss es auch wirklich einen Mehrwert haben. Deswegen versuche ich auch an meinen Präsenztagen hier in Worms möglichst keine Onlinemeetings zu machen. Wenn ich hier bin, dann möchte ich Zeit für das Team und die persönliche Interaktion haben.
Einmal abgesehen von der Unternehmenskultur: Mit welchen Zielen sind Sie bei Kinnarps-Deutschland angetreten?
Nachhaltiges und profitables Wachstum sind ganz klar meine wichtigsten Unternehmensziele. Dazu gehört auch, dass wir ein sehr attraktiver Arbeitgeber sind und das auch bekannter wird. Denn um zu wachsen, brauchen wir gute Leute. Und um für diese attraktiv zu sein, muss man ein attraktiver Arbeitgeber sein – zumal wir in einer Branche tätig sind, in der es viele Wettbewerber gibt.
Kanelbullar – Für die perfekte Fika
Zutaten (Teig):
35 g Hefe, 125 ml (ca. 105 g) Zucker, 300 ml Milch, 1 Ei, 120 g Butter, zerlassen, 1 TL Salz, 1 EL Kardamom, gemahlen, 750 g Weizenmehl
Füllung:
100 g weiche Butter, 50 ml (ca. 43 g) Zucker, 2 EL Zimt
Zum Bepinseln: 1 Ei, 2 EL Wasser, Hagelzucker
Zubereitung
2. Zucker, Ei, Salz, Kardamom und Mehl zugeben und 10–15 Min. kneten.
3. Abgedeckt 30 Min. gehen lassen.
4. Auf ca. 3 mm Dicke und 30 cm Breite ausrollen. Mit Butter bestreichen, Zucker & Zimt mischen und darüberstreuen.
5. Aufrollen, in 25 Scheiben schneiden.
6. Mit Schnittfläche nach oben in Papierförmchen setzen, abgedeckt 60 Min. gehen lassen (bis doppelte Größe).
7. Ei mit Wasser verquirlen, bestreichen, mit Hagelzucker bestreuen.
8. Bei 220 °C 8–10 Min. backen.
Guten Apetit!
Unsere Kunden sind kleine und mittelständische Unternehmen, nationale Key-Account-Kunden – Kunden, die gerne in direktem Dialog mit Herstellern stehen, die über ein umfassendes Dienstleistungsportfolio verfügen – aber auch sehr viele internationale Key-Account-Kunden, die sogenannten IKAMs. Diese Kunden sind für mich so etwas wie die Champions League der Büromöbelbranche. Da ist es ein Riesenvorteil, dass Kinnarps in 40 Ländern präsent ist und wir diese internationalen Kunden überall auf gleich hohem Niveau bedienen können – was kurze Lieferzeiten, Service und Beratungs- Know-how angeht.
Zum Schluss noch eine Frage zu einem ganz anderen Thema: Die Orgatec startet mit einem neuen Konzept durch – wird Kinnarps in Köln dabei sein?
Wir waren bei der Anmeldung einer der Early Birds. Da kam auch gleich ein klares Commitment aus Schweden. Ich freue mich riesig darauf und bin gespannt, wie dieser Festival-Charakter in den Hallen des Büroeinrichtungsverbands IBA umgesetzt wird. Wir werden jedenfalls mit interessanten und innovativen Themen unsere Kunden empfangen.











