Herr Mosbach, der Markt für digitales Informations- und Dokumentenmanagement entwickelt sich dynamisch. Welche zentralen Trends prägen aktuell den Markt – und welche Rolle spielen dabei technologische Innovationen und regulatorische Anforderungen wie die E-Rechnung?
An erster Stelle steht zweifellos das Thema Künstliche Intelligenz: Klassische Systeme zur Dokumentenarchivierung entwickeln sich zu ganzheitlichen, modularen und KI-getriebenen Plattformen weiter. Nicht nur lassen sich Prozesse mit generativer KI steuern. KI-Funktionen bieten auch produktiven Mehrwert für Effizienz, Automatisierung und Informationserschließung. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an praxisnahe Anwendungen im DMS-Umfeld. Für den Einsatz von KI – etwa zur automatisierten Prüfung oder Verarbeitung von E-Rechnungen – sind Informationssicherheit und Compliance unverzichtbar. Eine klare AI-Governance stellt sicher, dass KI nicht nur technisch funktioniert, sondern auch sicher, vertrauenswürdig und regelkonform betrieben wird. Monolithische Systeme gelten als überholt. Stattdessen verfolgen wir agile, modulare Low-Code-Architekturen, um Business-Cases schnell umzusetzen. Technologische Innovation und regulatorische Vorgaben greifen dabei ineinander und helfen unseren Kunden, mit den aktuellen Entwicklungen Schritt zu halten und sich zukunftssicher aufzustellen.
Welche neuen Anforderungen stellen Unternehmen vor diesem Hintergrund heute an DMS- und Workflow-Lösungen, und inwiefern unterscheiden sich diese von den Erwartungen noch vor wenigen Jahren?
DMS-Lösungen müssen sich flexibel und schnell an sich verändernde Geschäftsmodelle und dynamische Marktbedingungen anpassen lassen. Unser zentrales Anliegen ist es, Integration nicht mehr isoliert zu betrachten, sondern sie als festen Bestandteil eines ganzheitlichen Informationsmanagements zu verstehen und konsequent umzusetzen. In der Praxis bedeutet das: Die Elo-Low-Code-Plattform beinhaltet im Standard eine mächtige Integrationsplattform (iPaaS), die Anwendungen, Datenquellen und Prozesse in einem zentralen digitalen Ökosystem verbindet – in der Cloud oder On-Premises. Und das alles einfach, schnell und ohne Zusatzkosten. Darauf sind wir auch ein bisschen stolz.
Im Fokus stehen darüber hinaus IT-Sicherheit und Compliance. Ein nicht unerheblicher Teil unserer Entwicklungsarbeit fließt in Security-Themen. Denn die allgemeine Zunahme von Cyberangriffen unterstreicht die Relevanz robuster Sicherheitsmaßnahmen. Hier braucht es nicht nur technische Features, sondern einen verlässlichen Partner für langfristige Sicherheit und Stabilität.
Und schließlich zeigt sich auch bei den Cloudstrategien ein Entwicklungssprung: Unternehmen fordern neben Cloud- auch hybride Szenarien, klare Exit-Strategien und echte Datensouveränität. Unser Ziel ist es, von unseren Kunden als verlässlicher Digitalisierungspartner wahrgenommen zu werden – unabhängig davon, ob sie sich für Subscription-Modelle oder den klassischen Erwerb unserer Software entscheiden. Flexibilität, Wahlfreiheit und Kontrolle über die eigenen Daten sind die entscheidenden Kriterien bei der Auswahl der richtigen Digitalisierungslösung.
Welche technologischen Entwicklungen – etwa Cloud-Architekturen, KI-gestützte Funktionen oder die tiefere Integration in ERP- und Fachanwendungen – werden die nächste Phase im ECM- und Workflow-Markt bestimmen und was bedeutet dies für Sie als Hersteller?
Die nächste Phase zeichnen veränderte Nutzererwartungen und neue technologische Paradigmen aus. Die Komplexität fachlicher und organisatorischer Anforderungen steigt – auch wenn die Umsetzung durch moderne Technologien zunehmend einfacher wird, beispielsweise durch Cloud-Infrastrukturen oder Low-Code-Plattformen. Wir verfolgen dabei eine klare Plattformstrategie: Kunden profitieren bei Elo nicht nur von einer Lösung, sondern können als Teil eines Ökosystems aus dem Know-how unserer gesamten Partnerlandschaft schöpfen – vom Rechnungs- über Qualitätsmanagement bis hin zu Fuhrparklösungen.
Gleichzeitig bestimmt KI zunehmend, wie Informationen verarbeitet, Prozesse automatisiert gesteuert und Entscheidungen datenbasiert unterstützt werden. Die Herausforderung lautet, Abläufe und Strukturen radikal zu überdenken, um diese Potenziale sinnvoll zu nutzen. DMS wandelt sich dabei zu einer Plattform für intelligente, kontextbasierte Unterstützung und eine durchgängige Automatisierung von Geschäftsprozessen. Damit schafft es zugleich die strukturelle und datenbezogene Grundlage für den wirkungsvollen Einsatz generativer KI.
Welche Rolle spielen Fachhandel und Systemhäuser für Elo bei der Umsetzung moderner ECM- und Workflow-Projekte, und wie verändern sich aus Ihrer Sicht die Anforderungen an Partner im Zuge zunehmender Komplexität und Standardisierung?
Unser breit aufgestelltes Partnernetzwerk gehört seit jeher zu unseren zentralen Stärken. Unsere Partner vereinen tiefes Branchen-Know-how mit intensiver Kundennähe und meistern so komplexe Anforderungen. Gleichzeitig setzen wir auf strategische Kooperationen mit führenden ERP- und CRM-Anbietern. Eine großartige Erfolgsgeschichte ist die Partnerschaft mit der Datev eG, mit der wir weit über 1100 Projekte realisiert haben. Auf Basis unserer Low-Code-Plattform bieten wir Partnern zudem die Möglichkeit, individuelle Lösungen zu entwickeln, und schaffen damit ein umfangreiches Ökosystem für unsere Kunden.
Gleichzeitig wandeln sich die Anforderungen an Partner in Form deutlich kürzerer Implementierungszeiten. Diese Tendenz haben wir bereits vor Jahren unter anderem mit unseren Business Solutions antizipiert – schnelle, standardisierte Lösungen bei zugleich flexibler Erweiterbarkeit. Unsere Partner verstehen wir in diesem Zusammenhang nicht nur als Vertriebs- oder Umsetzungskanal, sondern als wichtige Impulsgeber bei der Weiterentwicklung unseres Portfolios. Für dessen Ausbau stehen wir neuen Partnerschaften mehr als offen gegenüber.
Welche Themen und Entwicklungen werden den Markt für digitales Informationsmanagement besonders formen – was bedeuten diese Veränderungen für Sie, Ihre Partner und die Anwenderunternehmen?
Der Markt wird erheblich an Dynamik gewinnen. Unternehmen stehen nicht nur vor der Aufgabe, ihre Prozesse, Geschäftsmodelle und Informationsflüsse an neue technologische und regulatorische Rahmenbedingungen anzupassen, sie befinden sich auch in einem stetigen Wandel. Für Elo bedeutet das: Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden wachsen. Wer sich für Elo entscheidet, soll diese Wahl auch in fünf oder zehn Jahren noch gutheißen. Unser Handeln ist dabei konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet.
Lassen Sie uns abschließend einen Blick auf den Wandel bei Elo Digital Office werfen: Mit dem Tod Ihres Vaters sowie dem Ausscheiden von Matthias Thiele als langjährigem CTO und Co-Geschäftsführer ist ein prägender Abschnitt in der Unternehmensgeschichte zu Ende gegangen. Welche organisatorischen und strategischen Anpassungen hat dieser Generationswechsel angestoßen, und wie positionieren Sie Elo Digital Office heute für die kommenden Jahre?
Der Generationswechsel ist Teil eines Entwicklungsprozesses: Wir haben strategische Ziele schon immer gemeinsam definiert und unsere langfristige Vision daran konsequent orientiert. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Anspruch, das Unternehmen nachhaltig und zukunftsorientiert aufzustellen.
Als inhabergeführte Gesellschaft haben Stabilität und Verlässlichkeit für uns oberste Priorität. Dies schafft Kontinuität und stärkt das Vertrauen von Mitarbeitenden, Partnern und Kunden. Uns ermöglicht es, langfristig Verantwortung zu übernehmen. Ein erfahrenes und engagiertes Führungsteam, eine klar definierte technologische Ausrichtung sowie ein fest verankertes Werteverständnis bilden dafür die Grundlage.
Gleichzeitig erleben wir eine Welt, die sich immer schneller dreht – das erfordert von uns die Bereitschaft, die Weichen konsequent in Richtung Zukunft zu stellen. Denn schließlich erkannte schon Udo Lindenberg: Hinterm Horizont geht’s weiter.
Neue PerspektivenMit großem Schwung und neuem Konzept startet Elo Digital Office in das Eventjahr: Auf der ELO HORIZONS am 19.März informiert der Softwarehersteller im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart über die neuesten Trends und Entwicklungen rund um die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Hierfür wurde das bewährte Eventformat der vergangenen Jahre, der Elo ECM-Fachkongress, neu gedacht und überarbeitet. Das neue Konzept ist nah am Zeitgeist und nimmt die aktuellen Trends der IT-Branche auf. Zudem spielen Highlight-Themen wie Low-Code und KI eine zentrale Rolle und zeigen den Besuchern, welche Entwicklungen sich für ihre täglichen Geschäftsprozesse am Horizont abzeichnen. Darüber hinaus geht es um die Digitalisierung von unternehmensweiten Prozessen sowie um einzelne Fachbereiche, zum Beispiel die Buchhaltung oder das Personalwesen. Auf einer zusätzlichen Bühne zeigen Elo Business Partner ihre praxisnahen Entwicklungen basierend auf der ELO Digitalisierungsplattform. Im Fokus stehen dort unter anderem Lösungen für das Baustellen-, Fuhrpark- oder Qualitätsmanagement. Die Anmeldung zum Event ist kostenfrei, weitere Informationen zur Agenda und den direkten Link zur Anmeldung finden Sie hier: www.elo.com/horizons |









