Philipp Wanner, Utax hat sein Portfolio mit neuen A3-High-Speed-Systemen erstmals bis auf 105 Seiten pro Minute erweitert und stößt damit in den Bereich zwischen klassischem Bürodruck und Produktionsdruck vor. Welche strategischen Überlegungen stehen hinter diesem Schritt?
Mit dem Refresh unseres hochvolumigen DIN-A3-Segments setzen wir einen neuen Impuls für den Mengendruck. Insbesondere im Farbsegment von 70 bis 90 Seiten pro Minute haben wir in den letzten Jahren Wachstumspotenziale identifiziert. Aber auch das Monosegment im Bereich von 70 bis 150 Seiten pro Minute zeigt sich sehr stabil.
Diese Nische zwischen Office- und Produktionsdruck ist ein spannendes Feld, bei dem unsere Vorgängergeneration in puncto Geschwindigkeit und Qualität an ihre Grenzen gestoßen ist. Mit der neuen Baureihe haben wir diese Lücke geschlossen und leistungsfähige Office-Systeme auf den Markt gebracht, die sehr hohe Volumina abdecken können und uns gleichzeitig neue Potenziale eröffnen – insbesondere bei Kunden, die besonderen Wert auf ein professionelles Farbmanagement mit hoher Bildqualität und -stabilität legen.
Für welche Kundengruppen sind die neuen Geräte besonders geeignet?
Unser High-Speed-Portfolio ermöglicht ein Druckvolumen, das insbesondere von Hausdruckereien benötigt wird. Trotz dieser hohen Leistung bieten unsere tonerbasierten Geräte die Kompaktheit und den Preispunkt eines Office-Systems. Damit richten wir uns an Kunden, für die klassische Bürodrucker nicht schnell genug sind, Produktionsdrucksysteme aber keine Alternative darstellen – zum Beispiel, weil diese zu groß sind oder zu hohe Investitionen erfordern.
Zur Zielgruppe zählen Organisationen, die die Systeme entweder als Hauptdrucklösung oder ergänzend zu bestehenden Produktionsdrucksystemen als Backup-Lösung für Produktionsspitzen einsetzen möchten – beispielsweise Behörden, Universitäten, Copyshops, Hausdruckereien, Versicherungen oder Marketingagenturen. Die Geräte sind auch interessant für das produzierende Gewerbe, das technische Anleitungen in Verpackungen bereitstellen muss. Da der neue Dual-Scanner maximal bis zu 300 Bildseiten pro Minute verarbeitet, eignen sich die Systeme auch für Rechtsanwalts- und Steuerkanzleien, die papierbasierte Dokumente in hoher Geschwindigkeit digitalisieren wollen.
Welche neuen Features machen die Geräte für den professionellen Druck interessant?
Neben den bereits angesprochenen Geschwindigkeiten ermöglichen die neuen Farbsysteme hohe Druckvolumina: Sie sind für ein monatliches Volumen von bis zu 100.000 DIN-A4-Seiten ausgelegt, während die Schwarz-Weiß-Systeme bis zu 250.000 Seiten bewältigen können. Auch die Medienvielfalt wurde erhöht: Beim Druck können neben Grammaturen bis 300 g/m² auch gestrichenes Papier verarbeitet werden. Unterstützt werden Formate von DIN-A6R bis SRA3.
Platzsparende Geräteoptionen erleichtern zudem die Integration der MFPs in bestehende Systemlandschaften. Hierzu gehören das seitliche Großraummagazin mit einer Kapazität von 3200 Blatt für Überformate bis SRA3 sowie die neue Z-Falz-Einheit, die im Finisher integriert wird und vier verschiedene Falttypen produzieren kann. Zusätzlich erhältlich ist eine Zuschießeinheit, mit der verschiedene Papiersorten als Deckblatt oder Einlagepapier im laufenden Prozess kalt hinzugeschossen werden können.
Für Agenturen oder Druckdienstleister, die Erzeugnisse mit hohen Qualitätsanforderungen wie werbliche Flyer, Broschüren oder Kataloge in mittleren Auflagen produzieren, bieten die neuen Farbsysteme eine hohe Druckauflösung von 2400 x 2400 dpi. Zudem arbeiten alle Modelle mit einem wachsbasierten Toner mit niedriger Schmelztemperatur, der für lebendigere Bilder und eine konstante Bildstabilität von der ersten bis zur 4000. Seite sorgt.
Das optionale Fiery Printing System 18 ermöglicht ein professionelles, detailgetreues Farbmanagement durch eine exakte Abstimmung und Verwaltung von Unternehmens-, Pantone- und benutzerdefinierten Sonderfarben für eine konsistente Farbwiedergabe. Gemeinsam sorgen die Produktneuheiten für dauerhaft präzise Druckergebnisse. Fogra-Farbräume können weitgehend bedruckt und reproduziert werden – ein für Druckereien und Copyshops wichtiger Standard, um Farbabweichungen zwischen unterschiedlichen Multifunktionssystemen gering zu halten.
Gibt es bereits erste Rückmeldungen von Kunden- bzw. Partnerseite?
Die bisherigen Rückmeldungen zu den neuen Modellen sind durchweg positiv, was uns sehr freut. Partner aus dem hochvolumigen Office-Segment bestätigen uns, dass die Systeme ideal positioniert sind, um in öffentlichen Ausschreibungen von Behörden mit Hausdruckereien angeboten zu werden, da die notwendigen Druckvolumina abgedeckt werden können.
Außerdem sprechen wir derzeit vermehrt mit Dienstleistern über professionelle Anwendungen. Die Interessenten haben meist einen hohen Anspruch an die Outputqualität, weil ein bestimmtes Produkt oder eine Marke beworben werden soll. In diesen Gesprächen wird häufig die Kombination aus hoher Leistungsfähigkeit und kompakter Bauweise der Systeme besonders hervorgehoben. Den Partnern gefällt auch die technische Nähe zu unserem Kernsegment, da diese ihnen die Wartung erleichtert.
Als eingetragene Fachhandelsmarke von TA Triumph-Adler ist Utax konsequent auf den indirekten Vertrieb ausgerichtet. Welche zusätzlichen Geschäftschancen eröffnet das neue High-Speed-Portfolio den Fachhandelspartnern – etwa bei der Ansprache neuer Kundengruppen oder im Servicegeschäft?
Stellplätze mit hohem Druckvolumen sind grundsätzlich attraktiv, da sie dem Fachhandel sichere Einkünfte garantieren. Da es sich um einen Nischenmarkt handelt, können gute Margen erzielt werden. Zudem haben Partner die große Chance, sich als Servicedienstleister zu positionieren bzw. dieses Geschäftsfeld zu stärken: Aufgrund der Wartungsfreundlichkeit der neuen Geräte ist der Trainingsaufwand gering.
Gerade im Vergleich zum hohen Service- und Schulungsaufwand, der normalerweise für Production-Printing-Systeme notwendig ist, können Partner den Geräteservice für die neuen High-Speed-Modelle ohne großen Mehraufwand selbst anbieten. Wird dieses Serviceangebot um Expertise im Farbmanagement erweitert, können Fachhändler ihre Kunden auch beim Thema Farbprofilierung beraten. Um unsere Partner hierbei gezielt zu unterstützen, wollen wir künftig neben Webinaren zum Produkt auch E-Learnings zum Thema Farbmanagement anbieten.











