Am 23. April 2026 trafen sich am niedersächsischen Nowy-Styl-Standort Steyerberg Vertreterinnen und Vertreter aus Design, Architektur, Forschung und Wirtschaft. Es ging darum, zukunftsfähige Ansätze in der Produktentwicklung zu diskutieren und konkrete Lösungen für die Kreislaufwirtschaft sichtbar zu machen. Den inhaltlichen Kern bildete die Verleihung des re:think design competition, bei dem Einreichungen für innovative Sitzkonzepte auf Einzelmaterial-Basis gefragt waren.
Die ausgezeichneten Konzepte
Den ersten Platz belegte der Entwurf „LYNKA“ von Sascha Sartory, Inhaber des Kölner Studios Sartory Design. Die Jury hob ein klares modulares System aus Formfilzkomponenten hervor, das durch wenige geometrische Grundformen eine große gestalterische Vielfalt erlaube. Gewürdigt wurden zudem die rhythmische Struktur, die flexible Kombinierbarkeit im Raum sowie die konsequente Umsetzung des Monomaterial-Ansatzes. Das Konzept verbinde ausdrucksstarke und funktionale Elemente und zeige eine gelungene Verbindung von technischer Machbarkeit und gestalterischer Eigenständigkeit.
Auf Platz zwei wählte die Jury den Entwurf „MONO“ von Daniel Streilein und Henry Boy des Hamburger Studios Boldextrusion Ventures. Die Arbeit setzt auf großformatigen 3D-Druck als innovative Produktionsmethode und interpretiert diesen Ansatz nicht rein technisch, sondern auch gestalterisch. Die sicht- und spürbaren Druckspuren würden bewusst als Designelement eingesetzt und mit strukturellen Eigenschaften des Materials verbunden. Die Integration von Polster und Korpus unterstreiche die Detailtiefe des Konzepts im Sinne des Monomaterial-Gedankens.
Den dritten Platz erhielt „Re:PET System“ von Nick Geipel und Moritz Walter. Walter arbeitet als Industrial Designer in Berlin, Geipel studiert an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Das modulare Hocker- und Tischsystem setzt auf reduzierte Formensprache und hohe Funktionalität. Der Entwurf folge einem pragmatischen Ansatz und zeige, wie sich Materialkomplexität und intelligente Konstruktion zu flexiblen Nutzungsszenarien verbinden lassen. Die Möglichkeit zur platzsparenden Lagerung und der Leichtbauansatz unterstrichen das Potenzial für eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Interdisziplinärer Dialog im Fokus
Neben der Preisverleihung bot die re:think convention ein vielseitiges Fachprogramm mit Vorträgen, Praxis-Einblicken sowie einer Paneldiskussion zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft in der Möbelbranche. Deutlich wurde: Zirkuläres Design erfordert ein ganzheitliches Umdenken – von der Materialauswahl über die Gestaltung bis hin zu Nutzung und Wiederverwertung.
Ergänzt wurde das Programm durch eine Ausstellung der zehn besten Wettbewerbsbeiträge der re:think design competition sowie durch Einblicke in das use2-Kompetenzzentrum. Besucher:innen konnten vor Ort erleben, wie gebrauchte Möbel aufbereitet und für neue Nutzungszyklen vorbereitet werden.









