Die wirtschaftliche Lage der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie hat sich im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert. Das teilte der Verband Die Papierindustrie in Berlin mit. Die Produktionsmenge sank demnach um 1,4 Prozent auf 9,4 Millionen Tonnen, der Umsatz gab um 7,1 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro nach. Als eine wesentliche Belastung nennt der Verband die durch den Iran-Krieg gebremste Konjunktur, die auf Nachfrage und Preise drücke.
Verpackungspapiere stützen
Innerhalb der Sparten zeigt sich laut Verband ein uneinheitliches Bild. Verpackungspapiere blieben mit 6,4 Millionen Tonnen und einer Veränderung von null Prozent das mengenmäßig größte Segment. Auf sie entfielen mehr als 67 Prozent der Gesamtproduktion. Technische und Spezialpapiere kamen auf 722.000 Tonnen, ein Minus von 0,8 Prozent. Der Verband bezeichnet dieses Segment weiterhin als wichtige Absatz- und Erlössäule.
Deutlicher fiel der Rückgang bei den grafischen Papieren aus. Mit 1,7 Millionen Tonnen lag die Produktion 6,9 Prozent unter dem Vorjahreswert, der Anteil an der Gesamtproduktion betrug 18 Prozent. Auch Hygienepapiere gaben nach: Mit 658.000 Tonnen wurde das Vorjahresniveau um 2,0 Prozent unterschritten.
Standortbedingungen als zentrale Belastung
Der Verband führt die Entwicklung auf ein schwieriges gesamtwirtschaftliches Umfeld zurück. Schwache Investitionen und eine verhaltene industrielle Nachfrage bremsten die konjunkturelle Erholung. Als energieintensive Grundstoffindustrie reagiere die Branche besonders sensibel auf Rahmenbedingungen wie hohe Energiekosten, Bürokratie und steigende Sozialabgaben. Letztere erhöhten die Arbeitskosten und schwächten zugleich die Kaufkraft der privaten Haushalte.
Zusätzlich belasteten geopolitische Unsicherheiten das Vertrauen von Unternehmen und Verbraucher:innen sowie internationale Liefer- und Handelsströme. Verbandspräsident Hans-Christoph Gallenkamp fordert daher von der Politik die zügige Umsetzung angekündigter Reformen. Kritisch äußert sich der Verband auch zur geplanten Reform des EU-Emissionshandels (ETS).









