Die Ravensburger AG beteiligt sich als strategischer Investor mehrheitlich an der Margarete Steiff GmbH. Das Bundeskartellamt gab die Transaktion am 9. Juli 2026 frei, nachdem beide Unternehmen den Deal Mitte Juni angekündigt hatten. Verkäufer ist die Steiff Beteiligungsgesellschaft, die von den Erben der Firmengründerin Margarete Steiff gehalten wird. Die Familie bleibt laut Mitteilung auch künftig wesentlich am Unternehmen beteiligt.
Steiff, 1880 gegründet, ist als Hersteller von Teddybären, Plüschtieren sowie Baby- und Kinderbekleidung eine der ältesten Marken Deutschlands. Ravensburger, drei Jahre jünger, zählt zu den führenden deutschen Spielwarenherstellern mit Schwerpunkt auf Spielen, Puzzles, Büchern und Kreativprodukten. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Baden-Württemberg.
Keine wettbewerblichen Bedenken
Für das Bundeskartellamt war die Freigabe unproblematisch. „Der Zusammenschluss führt zwei sehr bekannte deutsche Spielwarenhersteller zusammen. Wettbewerbliche Bedenken ergaben sich jedoch nicht, da sich die Produktportfolios der Unternehmen nicht überschneiden“, erklärte Behördenpräsident Andreas Mundt. Zudem verfügten die Unternehmen im Spielwareneinzelhandel über hinreichend starke Abnehmer, sodass keine nachteiligen Auswirkungen auf den Wettbewerb zu erwarten seien.
Steiff soll nach der Übernahme weiterhin eigenständig am bisherigen Firmensitz in Giengen an der Brenz geführt werden. Die Eigenständigkeit der Marke und die Zukunft des Standorts waren laut den Beteiligten zentrale Voraussetzungen für den Verkauf. „Für uns war entscheidend, Steiff in verantwortungsvolle, unternehmerische Hände zu geben, die die Marke, die Werte und Geschichte verstehen und respektieren“, sagte Frederik Reimann, Geschäftsführer der Steiff Beteiligungsgesellschaft.
Spielzeug für „Hirn, Hand und Herz“ im Portfolio
Ravensburger-Vorstandsvorsitzender Clemens Maier verwies bei der Ankündigung im Juni auf die Markenstärke des Neuzugangs: „Steiff ist eine der renommiertesten Marken der Spielwarenindustrie, die in hohem Maße von Qualität und einer starken Emotionalität geprägt ist.“ Firmengründer Otto Maier sei von der Idee inspiriert gewesen, Spielzeug für Hirn, Hand und Herz zu entwickeln – Steiff stehe dabei in besonderer Weise für das Herz.
Frank Rheinboldt, CEO der Margarete Steiff GmbH, sieht in der Partnerschaft vor allem Wachstumschancen im Ausland. Mit Ravensburger wolle man die Marke langfristig weiterentwickeln, internationale Potenziale gezielt nutzen und Tradition mit neuen Impulsen verbinden. Ravensburger bringe seine Branchenexpertise als international tätige Unternehmensgruppe ein, während Steiff seine Identität als Premium-Marke mit handwerklicher Tradition fortführe. Auch für Ravensburger eröffne der Zusammenschluss neue strategische Perspektiven und mögliche Synergien.







