„Es sind großartige Zeiten für den Einkauf. Denn wir können in diesen Krisenzeiten viel bewegen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen stützen und stärken“, betonte Gundula Ullah in ihrer Begrüßungsrede. In jeder Firma werde heute dringender denn je ein starker, digitaler und innovativer Einkauf benötigt. Deshalb, so Ullah weiter, sei die Zeit des Einkaufs genau jetzt.
Die BME-Bundesvorstandsvorsitzende sieht „gerade in diesen Krisenzeiten hervorragende Chancen für den Einkauf, seine Rolle als Taktgeber im Unternehmen zu stärken“. In diesem Zusammenhang nannte Ullah aus Sicht ihres Verbandes vier zentrale Leitlinien: Zuerst merkte sie an, dass es ohne Digitalisierung nicht gehe. Es komme darauf an, die richtigen Informationen aus dem Data Lake zu fischen, damit „wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lage versetzen können, die richtigen Strategien zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen“.
Als zweiten Punkt nannte Ullah die geopolitische Zeitenwende. Dabei zeigte sie sich sicher, dass „wir als Einkäuferinnen und Einkäufer in diesen von gravierenden Veränderungen geprägten Zeiten navigieren müssen, um globale Lieferketten stabil zu halten oder auch ausreichend Rohstoffe oder Vorprodukte für unser Unternehmen zu sichern“. Große Aufmerksamkeit verdiene zudem die sich verschlechternde Konjunktur in Deutschland. Ullah: „Wir alle spüren Inflations- und gleichzeitige Rezessions-Entwicklungen, getrieben durch die Energie- beziehungsweise Gaskrise.“
Abschließend ging die BME-Repräsentantin auf den Klimawandel und die damit verbundenen Aufgaben für die Unternehmen näher ein: „In unserer Einkäufer-Rolle können wir uns den Themen ESG (Environmental, Social, Governance) und Nachhaltigkeit nicht zu wenig zuwenden und sie dürfen nicht hinter den vorgenannten Eskalations-Themen verschwinden. Wir als Einkauf müssen Taktgeber und Schrittmacher einer nachhaltigeren Wirtschaft von morgen sein.“
Im Vorfeld des diesjährigen Kongresses hatte Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck in einem Grußwort für das 57. BME-Symposium darauf hingewiesen, dass durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie die Unsicherheiten auf den weltweiten Beschaffungsmärkten stark zugenommen haben. In Kombination mit gestiegenen Energiepreisen führe dies dazu, dass Produktionsabläufe unterbrochen und die deutsche „Wirtschaft nicht selten in eine Art ‚Staccato-Modus‘ versetzt wird. Bewährte globale Lieferketten und funktionierende internationale Logistik sind nicht länger selbstverständlich. Dies verlangt von den Unternehmen in ihrer alltäglichen Arbeit ein Höchstmaß an Kreativität und Flexibilität. Dem intelligenten und vorausschauenden Einkauf kommt dabei mehr denn je eine Schlüsselfunktion zu.“







