Die Firma Dahle Bürotechnik mit Sitz im fränkischen Rödental hat sich in den
vergangenen Jahren unter dem Dach der Erwin Müller-Gruppe komplett neu aufgestellt – und dies mit einem klaren Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland.
Der Name Dahle steht seit vielen Jahren für die vier Kernkompetenzbereiche Aktenvernichter, Schneidemaschinen, Konferenz-/Präsentationstechnik und Bürogeräte. Rein vom organisatorischen her wurde die Neuausrichtung spätestens Anfang Oktober des vergangenen Jahres mit dem Umzug vom bisherigen Verwaltungsstandort in Coburg und dem Bezug des schicken, rund 800 m2 großen Neubaus am Produktionswerk im wenige Kilometer entfernten Rödental dokumentiert. Neben optimierten internen Abläufen ist dieser Schritt bei einem Investment von rund 1,2 Millionen Euro auch als klares Bekenntnis zum Fertigungsstandort Deutschland und der Region zu sehen, in der Dahle mit derzeit 140 Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber ist.
„In den letzten Jahren hat das gesamte Dahle-Team hart gearbeitet und inzwischen die meisten Defizite der Vergangenheit eindruckvoll beseitigt“, so Frank Indenkämpen, der seit Anfang des Jahres zusammen mit dem bisherigen technischen Geschäftsführer Gerhard Zapf die Verantwortung übernommen hat. Für Indenkämpen, weiterhin in Personalunion Geschäftsführer der Schneider Novus Vertriebsgesellschaft in Weilheim und Vertriebsleiter bei Novus in Lingen, ist dies aber nur ein Zwischenschritt. „Wir haben den Anspruch, zu den innovativsten Unternehmen der Branche zu gehören, und da muss und wird noch einiges von uns zu hören sein“, so der Marketing- und Vertriebschef zu den weiteren Aktivitäten und Zielen. Der weit fortgeschrittene Prozess der Neuausrichtung hilft zudem gerade unter den aktuell wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen, bestätigt auch Technikchef Gerhard Zapf.
Konzentration auf die Marke
Geleistet wurde inzwischen schon einiges in den vier genannten Kernkompetenzbereichen – der Endanwender und damit die endkundenorientierte Betrachtung hat dabei oberste Priorität: „Wie die Schwesterfirma Novus steht Dahle für Qualität, Design und Innovation. Ziel ist es, den Anwendern Produkte an die Hand zugeben, die die Arbeit merklich erleichtern“, darin sind sich die beiden Geschäftsführer einig. Wichtig ist dabei das Feedback aus dem Markt, wie die im vergangenen Jahr bei einer Umfrage unter Stützpunkthändlern und Distributionspartnern ermittelten Ergebnisse belegen.
Dass nachhaltige Veränderungen innerhalb kurzer Zeit eindrucksvoll gelungen sind, unterstreichen die jüngsten Produktentwicklungen beispielsweise in den Bereichen Aktenvernichter mit der „SafeTEC3“-Technologie und individuell aufrüstbaren Schneidemaschinen. Und die Entwicklung hin zu höheren Leistungsdaten und besonderen Features geht weiter. Über allem steht die klare Fokussierung auf die Marke als Absender, die weiter penetriert werden soll. Mit dem modernen, jetzt zwischen Verwaltung, Entwicklung und Produktion eng vernetzten Standort in Rödental wurden die Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen. Auf einer Grundstücksfläche von 30 000 m2 stehen alleine 10 000 m2 für die Fertigung sowie das Fertigwarenlager mit 640 Palettenstellplätzen zur Verfügung.
Basis sind die große Fertigungstiefe und die Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2000 und DIN EN ISO 14001. Bewährt hat sich zudem das bereits 1998 eingeführte Kanban-Prinzip der Produktionsablaufsteuerung, das deutliche Kostenanpassungen aufgrund optimierter Wege und verringerten Lagerbestände sowie eine klar erhöhte Flexibilität gebracht hat, wie der technische Leiter Henry Asmussen beim Betriebsrundgang erläuterte. Kanban (Übersetzung aus dem japanischen: Karte, Beleg) orientiert sich nach dem Pull-Prinzip ausschließlich am Bedarf einer verbrauchenden Stelle und ermöglicht so eine anspruchsvolle Workflow-Ebene, wodurch die Fertigungskompetenzen in den Bereichen Aktenvernichter/Schneidwalzen, Schneidemaschinen und Wandtafeln mit dem besonderen Know-how beispielsweise beim Sublimationsdruck richtig ausgespielt werden können. Laut Asmussen sind derzeit rund die Hälfte der Dahle-Produkte kanbanfähig; ein gewichtiges Argument ist die 24-Stunden-Lieferfähigkeit. Wichtig ist zudem der eigene Werkzeugbau inklusive Lehrwerkstatt, der eine schnelle Reaktion ermöglicht. Sechs Auszubildende hier sowie weitere vier in der Verwaltung sorgen zudem dafür, dass die Zukunftsausrichtung auch mit qualifizierten Mitarbeitern langfristig untermauert wird.
Nachgefragt bei Gerhard Zapf
Herr Zapf, Dahle fertigt auch weiterhin am Standort Deutschland anspruchsvolle Büroprodukte. Wie geht das bei wachsender Konkurrenz aus Billiglohnländer?
Made in Germany ist auch heute noch ein Aushängeschild, ein Versprechen für Qualität und Zuverlässigkeit. Dahle-Qualität verpflichtet uns zu innovativer Technik und leis- tungsfähigen Produktionseinrichtungen. Gestraffte Arbeitsprozesse und die Konzentration auf unsere Kompetenzen garantieren Qualitätsprodukte, die in über 100 Ländern weltweit von Vertragspartnern erfolgreich vermarktet werden. Mit kreativen, engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern arbeiten wir kontinuierlich an Neuentwicklungen, um die Anforderungen des Marktes abzudecken. Produkte, die unter großem Preisdruck stehen, werden zum Teil in Erwin Müller-Werken im Ausland nach den hohen deutschen Dahle-Standards gefertigt.
In welchen (Fertigungs-) Bereichen steckt das besondere Dahle-Know-how?
Dahle gilt seit jeher als Schneidespezialist, dessen Ursprung in der Fertigung von Bleistiftspitzmaschinen liegt. Das besondere Know-how steckt heute sicherlich im Bereich der Schneidemaschinen. Die erste Schneidemaschine kam bereits 1960 auf den Markt, und mit der 1962 entwickelten Sicherheitsautomatik konnte ein Meilenstein in puncto Sicherheit gesetzt werden. Darüber hinaus ist es uns gelungen, mit den Aktenvernichtern der „Safe Technology“-Klasse eine völlig neue Aktenvernichter-Generation für mehr Sicherheit und Komfort auf dem Markt zu platzieren.
Dahle hat mehr als zehn Jahre Erfahrung mit dem Kanban-Prinzip. Eine Erfolgsgeschichte?
Das können wir zu 100 Prozent bestätigen. Denn durch die auftrags- und kundenorientierte Fertigungs- und Materialflussgestaltung erreichen wir eine marktorientierte und kundennahe Produktion. Das bedeutet, die erforderlichen Teile bzw. Waren werden in der gewünschten Menge und zur gewünschten Zeit hergestellt bzw. transportiert.









