Die De-Mail-Anbieter Deutsche Telekom, Francotyp-Postalia sowie United Internet mit 1&1, Web.de und GMX führen dazu im April eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein. Dies gaben Bundesinnenministerium und De-Mail-Anbieter gemeinsam bekannt. De-Mail-Nutzer können ab April von den Internetseiten ihrer Anbieter ein Zusatzprogramm herunterladen und darüber die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung installieren. Das Programm ist ein sogenanntes Plugin für die Internet-Browser Firefox oder Chrome. Die Verschlüsselung basiert auf dem „Pretty Good Privacy“-Verfahren (PGP). Bereits heute können De-Mail-Nutzer ihre Dokumente auf dem bereits verschlüsselten Transportweg zusätzlich Ende-zu-Ende verschlüsseln. Dies erfordert aber technisches Know-how. Künftig wird dies für alle Kunden möglich sein. Bei PGP liegen die Schlüssel ausschließlich bei Sender und Empfänger, nicht beim Anbieter.
Neben der Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beabsichtigen die De-Mail-Anbieter auch weitere Vereinfachungen des für die Anmeldung nötigen Identifikationsprozesses. So müssen sich Bankkunden auf hohem Niveau ausweisen, wenn sie ein Konto eröffnen. Diese Identifikation soll künftig auf die De-Mail-Erstregistrierung übertragbar sein. Voraussetzung wäre dann ein Online-Bankkonto, das die Kunden bei der De-Mail-Anmeldung im Internet angeben, um ihren De-Mail-Account so vom Computer aus vollständig elektronisch zu eröffnen.
Bis heute haben sich bei allen Anbietern rund zwei Millionen Privatkunden zumindest ihre persönliche De-Mail-Adresse gesichert. Mehrere hunderttausend Kunden haben sich darüber hinaus auch für De-Mail identifiziert und verfügen über ein aktives Postfach. Das Bundesinnenministerium geht davon aus, dass bis Ende 2015 bis zu 200 weitere Behörden und Einrichtungen des Bundes über De-Mail kommunizieren werden. Auch die Länder leisten ihren Beitrag: Sachsen sorgt etwa dafür, dass Landesbehörden und Kommunen ab August 2016 über De-Mail erreichbar sind. Die Hälfte der deutschen Großunternehmen, Zehntausende mittelständische Firmen und mehrere Tausend Städte und Gemeinden haben mit den De-Mail-Anbietern Verträge unterzeichnet, sodass rund 70 Prozent der Bundesbürger insbesondere ihre Verwaltung inzwischen per De-Mail erreichen können.









