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Laut NIQ-Studie liegt Deutschland mit 6.226 Euro pro Kopf unter dem europäischen Schnitt von 6.714 Euro. Luxemburg führt das Ranking an.
Die durchschnittliche Einzelhandelskaufkraft in Europa liegt laut dem Marktforschungsunternehmen NIQ beträgt 6714 Euro pro Einwohner. Deutschland kommt auf 6226 Euro und liegt damit rund 7 Prozent unter diesem Wert.
Grafik: NIQ Geomarketing

Studie

Deutschland bei Pro-Kopf-Kaufkraft unter EU-Schnitt

Kalender Icon25. Juni 2026
Autor IconRedaktion

Den Verbrauchern in 25 europäischen Ländern stehen rund 3,5 Billionen Euro für Einkäufe im Einzelhandel zur Verfügung. Deutschland zählt zu den größten Märkten, liegt bei der Pro-Kopf-Kaufkraft aber unter dem Durchschnitt. Das geht aus der Studie „NIQ Einzelhandelskaufkraft Europa" hervor.

Laut dem Marktforschungsunternehmen NIQ (NielsenIQ) beträgt die durchschnittliche Einzelhandelskaufkraft in Europa 6714 Euro pro Einwohner. Deutschland kommt auf 6226 Euro und liegt damit rund 7 Prozent unter diesem Wert. Insgesamt verzeichnen 12 der 25 untersuchten Länder eine überdurchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft, 13 liegen darunter.

An der Spitze des Rankings steht Luxemburg mit 12.518 Euro pro Kopf – mehr als 86 Prozent über dem europäischen Mittel. Es folgen die Schweiz mit 12.080 Euro und Dänemark mit 9452 Euro. Auch Norwegen (9085 Euro), Schweden (9.004 Euro) und Österreich (8712 Euro) liegen deutlich über dem Schnitt. Am unteren Ende rangiert Serbien mit 3849 Euro pro Einwohner, was rund 57 Prozent des europäischen Durchschnitts entspricht. Davor liegen Rumänien (3880 Euro), Bulgarien (4448 Euro) und die Slowakei (4720 Euro).

Große Märkte, geringe Pro-Kopf-Werte

„Nord- und westeuropäische Länder dominieren die oberen Plätze des Rankings. Gleichzeitig liegen einige der volumenstärksten Einzelhandelsmärkte Europas beim Pro-Kopf-Wert unter dem europäischen Durchschnitt“, sagt Filip Vojtech, Einzelhandelsexperte im Bereich Geomarketing von NIQ. So hätten Deutschland, Spanien und Italien trotz ihrer hohen Gesamtmarktvolumina alle eine unterdurchschnittliche Einzelhandelskaufkraft. Marktgröße und individuelle Kaufkraft fielen damit häufig auseinander.

Knapp über dem deutschen Niveau bewegen sich Portugal (6528 Euro) und Kroatien (6242 Euro). Spanien erreicht 6181 Euro, Italien 6157 Euro. Die mittel- und osteuropäischen Staaten Polen (4939 Euro), Tschechien (4868 Euro) und Ungarn (4834 Euro) liegen klar im unteren Drittel. Das Vereinigte Königreich erreicht mit 7086 Euro einen Wert leicht über dem Durchschnitt, ebenso Irland (7449 Euro), die Niederlande (7769 Euro) und Belgien (7897 Euro). Frankreich kommt auf 8386 Euro pro Kopf.

Metropolen ziehen davon

Über die nationalen Mittelwerte hinaus zeigt die Studie laut NIQ erhebliche Unterschiede auf regionaler Ebene. Hauptstädte und große Metropolregionen übertreffen ihr Umland oft mit deutlichem Abstand. In Frankreich erreicht Paris 12.944 Euro pro Kopf, während das benachbarte Département Seine-Saint-Denis nur 6314 Euro verzeichnet – weniger als die Hälfte des Wertes der Hauptstadt.

Ein ähnliches Bild zeichnet NIQ für das Vereinigte Königreich: In zentralen Londoner Regionen wie der City of London erreicht die Pro-Kopf-Kaufkraft bis zu 15.785 Euro, in Birmingham hingegen nur etwa 5846 Euro. Vojtech betont, dass sich regionale Ausgabenstrukturen und Konzentrationsgrade zwischen den Ländern deutlich unterschieden. Große Metropolregionen vereinten einen überproportional hohen Anteil der Einzelhandelskaufkraft auf sich. Für Händler sei es daher wichtig, regionale Dynamiken zu berücksichtigen.

Methodik der Studie

Die NIQ Einzelhandelskaufkraft beschreibt den Teil der allgemeinen Kaufkraft, der im Einzelhandel ausgegeben werden kann. Die allgemeine Kaufkraft umfasst das verfügbare Einkommen ohne Steuern und Sozialabgaben, inklusive Transferleistungen, und wird pro Kopf und Jahr in Euro sowie als Index ausgewiesen. Die Werte beziehen sich auf nominal verfügbare Einkommen und sind nicht inflationsbereinigt. Grundlage der Berechnung sind laut NIQ Daten der Einkommensteuerstatistik, einschlägige Statistiken zu Transferleistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute. Das verfügbare Nettoeinkommen wird neben Einkäufen im Einzelhandel auch für Mieten, Hypothekenzinsen, Versicherungen, Autokosten, Reisen oder Dienstleistungen verwendet.

nielseniq.com

Themen:Marktforschung | Studien | Verbraucher-Analyse

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