Der Report basiert auf der Befragung von über 13.000 Arbeitnehmenden, darunter 1500 in Deutschland. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Thema Zufriedenheit im Job hinter den Niederlanden, USA, Australien oder Frankreich. Die Ergebnisse belegen, dass sich Zufriedenheit im Job häufig zusammen mit technologischer Anpassungsfähigkeit findet: In Unternehmen, die das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden gezielt fördern, schätzen sich 71 Prozent der Befragten als besonders adaptiv im Umgang mit Künstlicher Intelligenz ein. 52 Prozent zeichnen sich durch überdurchschnittliche Kreativität und Produktivität aus. Wo hohe Unzufriedenheit herrscht, ist das Interesse an Innovationen wie Künstlicher Intelligenz hingegen gering.
Glückliche Arbeitnehmer sind auch ein Schlüssel zu nachhaltigem Unternehmenserfolg. Wo das Wohlbefinden am Arbeitsplatz im Mittelpunkt steht, steigt die Leistungsbereitschaft: Zufriedene Beschäftigte erreichen 91 Prozent häufiger ihre Ziele, planen zu 80 Prozent eher, dem Unternehmen treu zu bleiben, und leiden zehnmal seltener unter dauerhaftem Stress. Zudem bringen sich 33 Prozent von ihnen regelmäßig mit Ideen für Verbesserungen oder Innovationen ein.
Stimmung verschlechtert sich
Doch die Stimmung in Deutschland verschlechtert sich zunehmend: Die Überzeugung, die meiste Zeit bei der Arbeit glücklich zu sein, sank in Deutschland von 41 Prozent im Jahr 2023 auf 24 Prozent im Jahr 2025. Neben der Vergütung war hoher Stress im Jahr 2025 der zweithäufigste Grund, warum sich Mitarbeitende nach einem neuen Job umsahen, mit einem Anstieg von 19 auf
25 Prozent. 2023 war noch die mangelnde Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort zweithäufigster Wechselgrund.
Diese Unzufriedenheit wirkt sich auch auf das Privatleben aus: 91 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Stimmung im persönlichen Leben direkt von ihrer Arbeit beeinflusst wird. Fast die Hälfte (49 Prozent) nennt die Arbeit als größten täglichen Stressfaktor, noch vor Politik, Gesundheit oder Familie. Die Folgen sind spürbar: 44 Prozent schlafen schlechter, 52 Prozent leiden unter körperlichen Beschwerden und 47 Prozent haben nicht mehr genug Energie für Hobbys oder persönliche Interessen.
Obwohl Wohlbefinden und Unternehmenskultur für Arbeitnehmer elementar sind, spielt das Thema im Bewerbungsprozess nur eine untergeordnete Rolle. Zwar wünschen sich 95 Prozent der Bewerber Zugang zu entsprechenden Informationen, doch nur 19 Prozent fragen aktiv danach. Das ist brisant, denn gleichzeitig sieht eine große Mehrheit (66 Prozent) die Verantwortung für das eigene Wohlergehen am Arbeitsplatz beim Arbeitgeber. Stattdessen beurteilen Bewerber Unternehmen danach, wie empathisch ein Interviewer wirkt (49 Prozent) oder ob Themen wie Work-Life-Balance angesprochen werden (48 Prozent). Auch eine unterstützende Teamkultur (43 Prozent) oder Angebote zur Weiterbildung (39 Prozent) lassen ein Unternehmen positiv wirken.
Besonders glaubwürdig sind Firmen, die flexible Arbeitsmodelle (51 Prozent) anbieten und eine hohe Mitarbeiterbindung (48 Prozent) vorweisen können. Am meisten Vertrauen genießen persönliche Empfehlungen (43 Prozent), gefolgt von Informationen auf Unternehmenswebsites (33 Prozent) und Jobportalen (30 Prozent). Die Social Media-Präsenz spielt nur eine untergeordnete Rolle (28 Prozent).
Zufriedenheit im Job ist kein „Nice to have“
Dr. Stefanie Bickert, Job- und Karriereexpertin bei Indeed, kommentiert die Ergebnisse: „Arbeit ist längst mehr als Geldverdienen. Sie prägt, wie wir lernen, uns entwickeln und mit Veränderungen umgehen.
Damit Mitarbeitende die Chancen von Technologien wie künstlicher Intelligenz wirklich nutzen können, benötigen sie neben technischem Know-how auch ein Umfeld, das Sicherheit, Wertschätzung und Entwicklung ermöglicht. Dauerhafter Stress und Überlastung senken die Lern- und Innovationsleistung, denn sie mindern Kreativität und Anpassungsbereitschaft. Wer dagegen ein Umfeld schafft, in dem sich Menschen entfalten können, fördert die Fähigkeit, KI sinnvoll und produktiv einzusetzen. Zufriedenheit im Job ist somit kein „Nice to have“, sondern ein zentraler Faktor für die Innovationskraft eines Unternehmens. Die diesjährigen Ergebnisse zeigen erneut: Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist nicht nur wichtig für die persönliche Zufriedenheit, sondern auch für den Unternehmenserfolg.







