- Was begeistert Sie am Creative Impulse Award und an der Creativeworld besonders?
- Welche Rolle spielt Social Media für Ihre kreative Arbeit und wie beeinflusst es, welche Ideen und Produkte heute erfolgreich sind?
- Welche Trends sehen Sie für 2026? Welche Entwicklungen würden Sie sich wünschen?
Martina Lammel
DIY-Buchautorin, Moderatorin, Designerin
- Innovation hängt nicht immer mit der Größe des Unternehmens zusammen. Das sorgt bei der Preisverleihung immer wieder für emotionale Momente. Ich erinnere mich an ein kleines Startup, welches den spürbaren Anschub bei der Vermarktung seiner Idee an jedem einzelnen Messetag feierte. Als Host der Academy unterstütze ich den direkten Austausch zwischen Teilnehmenden und Kursleiter:innen. Diese Aufgabe ist jedes Jahr aufs Neue sehr inspirierend.
- Durch meinen Account bekommen hauptsächlich Privatpersonen einen Einblick in mein Atelier und meine kreative Arbeit. Anfragen für Kurse erfolgen meist durch direkten Kontakt. Social Media spielt für meine Arbeit eine untergeordnete Rolle.
- Da ich in meinem Atelier vermehrt mit keramischen Materialien arbeite, freue ich mich persönlich über die zunehmende Präsenz von Ausstellern dieses Themenbereichs. Außerdem ist spürbar, dass verstärkt Handarbeitstechniken und Textiles für inspirative Themenmischungen sorgen. Dass zeitgleich immer mehr Elektroniktools vermarktet werden, ist offenbar gerade für die jüngere, technikaffine Community wichtig und interessant. Ich wünsche mir jedoch, dass der schöpferische Aspekt des DIY immer beim Menschen bleibt und nicht eines Tages von Technik übernommen werden kann.
Lisa Tihanyi
Selbstständige Kreativbloggerin, Content Creator
- Ich finde es immer wieder spannend, auf der Creativeworld im Rahmen des Awards neue Kreativprodukte kennenzulernen. Besonders viel Spaß macht es mir, die Produkte wirklich zu testen – sie nicht nur anzuschauen, sondern auch zu malen, zu schneiden, zu modellieren, zu sticken und vieles andere mehr. Mich begeistern vor allem Produkte, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber ein Problem lösen, mit dem jede:r Kreativschaffende vertraut ist. Es ist immer wieder ein kleiner Wow-Moment für mich, wenn ich feststelle, dass es in der Branche immer noch clevere Innovationen gibt.
- Erfolgreiche Produkte sind heute die, die im Alltag echte Kreativhelfer sind. Social Media verstärkt das, weil dort sofort sichtbar wird, was funktioniert und was genutzt wird. Viele Kreative zeigen die Kreativprodukte, die sie ausprobieren und nutzen. Dadurch wird klar, was überzeugt. Firmen, die Ideen rund um ihre Produkte teilen und mit ihrer Community in Kontakt treten, werden langfristig die Gewinner sein.
- Ich sehe einen klaren Trend zum kreativen Erleben und Selbermachen im Alltag. Viele schenken ihren Freund:innen heute Zeit für gemeinsames Kreativsein, etwa in Form von Kursen oder Workshops. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Bedürfnis noch weiter wachsen wird. Zudem entsteht in der Kreativbranche gerade ein bewusster Gegenpol zu KI-generierten Inhalten. Viele Künstler:innen - mich eingeschlossen - sehnen sich nach echten, handgemachten Dingen und nach dem Prozess selbst. Ich wünsche mir, dass genau diese Entwicklung weiter gestärkt wird und dass Kreativfirmen sich klar gegen KI-generierte Inhalte positionieren, um Haltung zu zeigen und die Position von Künstler:innen zu stärken.
Snooze One alias Dominic Gollanek
Lettering Artist
- Mich begeisterten die Bandbreite und die Innovationskraft. Die unterschiedlichen, oft ganz neuen Herangehensweisen an Produktthemen überraschen mich jedes Jahr aufs Neue.
- Ich würde sagen, für meine kreative Arbeit ist es maßgeblich – und auch für den Erfolg der Produkte spielt es eine große Rolle. Es ist ein Ort an dem inspiriert wird, Ideen geteilt werden und Produkte sichtbar werden.
- Bei konkreten Trends bin ich vorsichtig, aber Nachhaltigkeit bleibt für mich ein zentrales Thema, bei Materialien, Verpackungen und in der Produktion. Ich habe den Eindruck, dass Kund:innen zunehmend auf Langlebigkeit achten und darauf, wo und wie etwas hergestellt wird.
Scott Stone
Geschäftsführer Gemporia Craft, UK
- Jedes Jahr bringt die Creativeworld Menschen mit gleichen Interessen zusammen und spiegelt diese im „Creative Impulse“ wider. Man glaubt, schon alles gesehen zu haben, doch dann hält man innerhalb weniger Minuten etwas Neues in den Händen. Ich bin immer wieder überrascht, wie sich Marken weiterentwickeln, sei es nachhaltig, barrierefrei oder in Kombination mit digitalen Tools.
- Soziale Medien sind in der Kreativszene wichtig, weil dort Trends entstehen. Sie fördern den Dialog und den Gemeinschaftssinn. Eine gute Produktdemonstration oder ein kurzes Tutorial können Millionen erreichen und ein kleines Handwerk zu einer weltweiten Bewegung machen. Wir nutzen soziale Medien, um zuzuhören und zu reden. So verstehen wir die Inspiration unserer Community und können auf ihr aufbauen, damit Kreativität weiterhin zugänglich und unterhaltsam bleibt.
- Ich denke, dass 2026 Kreativität und Technologie weiter zusammenwachsen werden. Werkzeuge wie intelligente Schneidegeräte, digitale Zeichenvorrichtungen und kompakte Drucker werden erschwinglicher. Dadurch können mehr Menschen ihre Ideen zu Hause umsetzen. Außerdem wird Nachhaltigkeit wichtiger. Es werden recycelte Verpackungen verwendet und es findet ein Umdenken in Bezug auf Materialien und Produktherstellung statt. Die Branche sollte sich mehr auf Barrierefreiheit und Bildung konzentrieren. Wenn Menschen neue Fähigkeiten lernen können, wächst die Kreativgemeinschaft. Zudem sollte die Zusammenarbeit zwischen Marken und Künstlern gefördert werden. Öffnen Unternehmen ihre Produkte für Kreative zum Experimentieren, entsteht etwas Magisches.
Danny Rombouts
Chefredakteur KreavaK/Messeorganisator ASWS, NL
- Was mich an den Creative Impulse Awards begeistert, ist, dass man damit dazu beiträgt, die Branche aktiv zu halten. Durch die Teilnahme an diesen Awards sorgt man dafür, dass das eigene Unternehmen im Rampenlicht steht. Genauso wie durch die Teilnahme an der Creativeworld. Es gibt nichts Schöneres, als Einzelhändler/Einkäufer persönlich zu treffen. Da vieles digital abläuft, geht die persönliche Note verloren. Eine Messe wie die Creativeworld ist die ideale Gelegenheit, neue Lieferanten zu finden und bestehende wieder persönlich zu sprechen. Das allein ist schon so wichtig, wenn man ein guter Unternehmer ist.
- Soziale Medien sind heutzutage sehr wichtig geworden. Es ist nur schade, dass wir dadurch den persönlichen Kontakt aus den Augen verlieren, obwohl dieser gerade so wichtig ist, um neue Ideen zu entwickeln und Produkte weiterzuentwickeln. Soziale Medien sollte man eigentlich als digitales Schaufenster betrachten, als Hilfsmittel für Unternehmen.
- Neue Trends finde ich schwierig. Derzeit sehe ich nur sehr wenige. Wenn man überhaupt einen hervorheben möchte, dann den, dass immer mehr Farben und Illustrationen eingesetzt werden und vermehrt auch Schmuck sowie komplette Sets angeboten werden. Aber die Kreativbranche braucht wirklich wieder einen guten Hype. Da wir uns immer mehr hinter dem Internet verstecken, bleiben die neuen Trends etwas zurück. Hobbys sind jedoch angesagt. In den Niederlanden gibt es mehr Verbrauchermessen als je zuvor. Auch die größte Hobby-Verbrauchermesse Krea-Doe war im Oktober wieder ein großer Erfolg. Ich hoffe vor allem, dass die Fachmesse Creativeworld wieder eine Inspiration für Einzelhändler sein wird. Ich bin sehr gespannt auf die Einreichungen für den Impulse Award. Er hat mich noch nie enttäuscht und ist mehr als einen Besuch wert.
Die Creativeworld 2026 findet vom 6. bis 9. Februar 2026 auf dem Gelände der Messe Frankfurt am Main in den Hallen 1.1 und 1.2 statt. Der Creative Impulse Award 2026 wird am 6. Februar 2026 um 10.30 Uhr im Areal der Creative Academy verliehen.








