Anfang September hat der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) im Rahmen einer Befragung von über 500 deutschen Einkaufs- und Logistik-Managern ermittelt, dass sich der Anstieg der Einkaufspreise im kommenden Jahr fortsetzen wird. Für das kommende Jahr liegen die Prognosen bei weitern 15 Prozent Preisanstieg. 88 Prozent der Befragten werden diese Preissteigerungen vollständig oder teilweise an ihre Kunden weitergeben, so ein weiteres Ergebnis. Knapp drei Viertel äußerten sich vor diesem Hintergrund mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung „nicht zufrieden“ (74 Prozent).
„Die Einkaufspreise sind deutlich stärker angezogen als die aktuell ausgewiesene Inflationsrate von rund zehn Prozent. Aufgrund des zentralen Einflusses der Einkaufspreise auf die Verbraucherpreise lassen sich bereits jetzt deutliche Inflationsentwicklungen prognostizieren. Wir dürfen nicht vergessen: In vielen produzierenden Unternehmen macht der Einkaufsanteil, also die extern zugekaufte Wertschöpfung, oft zwischen 70 und 80 Prozent der Gesamtkosten aus. Damit schlagen die stark gestiegenen Einkaufskosten direkt ins Unternehmensergebnis durch! Die befragten Manager sehen bislang nicht, dass die Maßnahmen der Bundesregierung dieser existenzbedrohenden Situation gerecht werden“, erläutert BME-Vorstandsvorsitzende Gundula Ullah.
Als Gefahren für die deutsche Wirtschaft geben die Befragten vor allem den Ukraine-Krieg (88 Prozent), die durch Inflation und Rezession sinkende Kaufkraft (77 Prozent) sowie die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Rohstoffen (69 Prozent) an. Die Gefahren durch den Konflikt zwischen China-Taiwan/USA (44 Prozent), die Klima-Krise (27 Prozent) sowie die Corona-Pandemie (19 Prozent) sind ihnen dagegen deutlich weniger präsent. „Die geringe wahrgenommene Bedrohung der großen Abhängigkeit von China und Taiwan ist bemerkenswert, das gilt insbesondere für Halbleiter und andere Vor-Produkte“, ergänzt Dr. Helena Melnikov, die Hauptgeschäftsführerin des BME. Den Angaben zufolge planen 65 Prozent der Befragten, sich von den gefährdeten Märkten in China und Taiwan unabhängiger zu machen.








