Schon in den vergangenen zehn Jahren hat sich immer mehr ein Trend von Offline hin zu Online abgezeichnet – auch im Handel. Nach Angaben des aktuellen „Standortmonitor 2021“ vom Handelsverband Deutschland hat der physische Nonfood-Markt im ersten kritischen, krisengeprägten Halbjahr fast zwei Milliarden Euro Haushaltsabgaben verloren. Demgegenüber gewinnt der E-Commerce-Markt mit 27,5 Prozent Umsatzplus im gleichen Zeitraum rasant dazu. Dabei ist nach wie vor die stark rückläufige Einkaufsfrequenz für den stationären Handel die größte Herausforderung, da sich diese in den vergangenen sechs Jahren stationär deutlich zurück entwickelt hat. Die Ausgaben haben sich dabei mit einer Steigerung von 73 auf 86 Euro pro Einkauf aber deutlich Richtung Online bewegt – was zeigt, wohin das Geld geht und wohin damit auch die Reise für den Handel gehen muss.
Ausgabenveränderung mit Gewinnern und Verlierern
Die Corona-Krise hat neben diversen Online-Kanälen und dem Lebensmitteleinhandel nach den Ergebnissen des „Standortmonitor“ zudem deutlich bevorzugte Bereiche hervorgebracht, wie etwa Baumärkte und Gartencenter, oder auch die DIY-Branche, da die Menschen es sich nun zuhause schön machen wollen. Demnach wächst der Warenbereich DIY/Garten als einziger sowohl on- (67,5 Prozent) als auch offline (11,8 Prozent). Viele der anderen Warengruppen steigen dabei deutlich im Online-Anteil, wie etwa Büro, Papier und Schreibwaren mit 26 Prozent, also einer Steigerung um 6,3 Prozent-Punkte im Vergleich zum 1. Halbjahr 2019. Auch Bücher und Kalender steigen im E-Commerce um 9,7 Punkte auf 43 Prozent und der Hobby-, Spielwaren- und baby-Bereich konnte mit 8,7 Punkten auf 50 Prozent online dazugewinnen. Die Tendenz sieht man auch im zweiten Halbjahr weiterhin bestätigt, wenn auch gerade im Sommer wieder vermehrt der stationäre Handel aufgesucht wurde und sich damit bis zum Herbst wieder eine leichte Stabilisierung für die stationären Geschäfte einstellen konnte. Dennoch bestätigen insgesamt 39 Prozent der befragten Shopper für den September, wo die Besorgnis um eine zweite Corona-Welle wieder rapide wächst, seltener zum Einkaufen in die Innenstädte zu gehen. 48 Prozent geben an, im stationären Handel genauso einzukaufen, wie vor Corona. Was bei diesem Ergebnis sicher ausschlaggebend ist, ist der stetige Bedeutungsverlust des Shoppingausflugs. So geben im Oktober sogar 80 Prozent der Befragten an, nur auf der Suche nach bestimmten Produkten stationäre Geschäfte aufzusuchen, während nur noch 22 Prozent einfach nur Stöbern wollen und vier Prozent auf eine ausführliche Beratung im Geschäft Wert legen.
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