wll.news - der hub für working, learning & living
Search 01
Account 01
Menu 01
on
Startseite » Markt » Höchstwert bei Firmenpleiten seit Finanzkrise
Im vierten Quartal 2024 waren 4215 Personen- und Kapitalgesellschaften mit knapp 38 000 Arbeitsplätzen von einer Insolvenz betroffen. Die Zahl der Insolvenzen war damit so hoch wie seit dem Ende der großen Wirtschafts- und Finanzkrise Mitte 2009 nicht mehr.
Bild: Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

IWH-Insolvenztrend

Höchstwert bei Firmenpleiten seit Finanzkrise

Kalender Icon10. Januar 2025
Autor IconRedaktion

Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) feststellt, war die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland im Dezember unverändert hoch. Im vierten Quartal 2024 gab es so viele Firmenpleiten wie seit der Finanzkrise vor 15 Jahren nicht mehr.

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland liegt laut IWH-Insolvenztrend im Dezember praktisch unverändert zum Vormonat bei 1340. Das sind 24 Prozent mehr als im Dezember 2023 und 54 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Dezember der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie.

Schließungen großer Arbeitgeber führen häufig zu erheblichen und dauerhaften Einkommens- und Lohnverlusten bei den betroffenen Beschäftigten. Die Zahl der von Großinsolvenzen betroffenen Jobs liefert zudem eine gute Annäherung an die Gesamtzahl der von Insolvenz betroffenen Arbeitsplätze. Laut IWH-Insolvenztrend waren im Dezember in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen mehr als 15 000 Arbeitsplätze betroffen. Damit liegt die Zahl der betroffenen Beschätigten mehr als ein Drittel über dem Vormonatswert, 59 Prozent über dem Niveau von Dezember 2023 und 71 Prozent über dem Durchschnitt eines typischen Dezembers der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019. Die beschäftigungsstärkste Insolvenz war die Pleite des Wuppertaler Automobilzulieferers WKW mit mehr als 2000 Beschäftigten.

Im vierten Quartal 2024 waren 4215 Personen- und Kapitalgesellschaften mit knapp 38 000 Arbeitsplätzen von einer Insolvenz betroffen. Zur Einordnung: Seit 2003 führt das Statistische Bundesamt diese Zahlen. Die Zahl der Insolvenzen im vierten Quartal 2024 war so hoch wie seit dem Ende der großen Wirtschafts- und Finanzkrise Mitte 2009 nicht mehr. Das letzte vierte Quartal mit höheren Werten liegt noch weiter zurück – im Jahr 2005. Eine branchenspezifische Aufschlüsselung für insolvente Personen- und Kapitalgesellschaften liegt beim Statistischen Bundesamt nicht vor. Das IWH erhebt diese Daten seit Januar 2020. Im vierten Quartal 2024 wurde in fast allen Branchen ein absoluter Höchststand verzeichnet – mit Ausnahme des Grundstücks- und Wohnungswesens sowie des Gastgewerbes, wo der Höhepunkt bereits im dritten Quartal erreicht wurde.

Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, führt die hohen Insolvenzzahlen nur zum Teil auf aktuelle Konjunkturprobleme und Kostensteigerungen bei Energie und Löhnen zurück. „Jahrelang extrem niedrige Zinsen haben Insolvenzen verhindert, und während der Pandemie sind Insolvenzen aufgrund von Subventionen wie zum Beispiel dem Kurzarbeitergeld ausgefallen“, sagt Müller. „Der Zinsanstieg und der Wegfall der Subventionen haben ab 2022 Nachholeffekte bei Insolvenzen ausgelöst.“ Müller sieht in den hohen Insolvenzzahlen schmerzhafte, aber notwendige Marktbereinigungen, die Platz für zukunftsfähige Unternehmen machen.

Verglichen mit dem vierten Quartal 2023 stieg die Zahl der Insolvenzen im vierten Quartal 2024 um 36 Prozent. Unter den größeren Bundesländern war der Anstieg in Baden-Württemberg (+65 Prozent) am stärksten. Unter den großen Insolvenzbranchen lag der Zuwachs im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen mit 47 Prozent am höchsten. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl um 32 Prozent. Bei der Zahl der betroffenen Arbeitsplätze betrug der Anstieg gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahrs lediglich 17 Prozent.

Das IWH erhebt Frühindikatoren, die dem Insolvenzgeschehen um zwei bis drei Monate vorauslaufen. Die Frühindikatoren sind nach hohen Werten im November im Dezember leicht rückläufig, aber noch immer erhöht. Auf Basis dieser Indikatoren erwartet IWH-Insolvenzforscher Steffen Müller ab Februar einen leichten Anstieg der Insolvenzzahlen.

www.iwh-halle.de

Themen:Insolvenz | Konjunktur
Firmen & Hersteller:Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Newsletter

Aktuell

Meistgelesen

Newsletter

Aktuell

Mehr zum Thema

 
Nina Stoll übernimmt Vorsitz im HWB und Präsidentschaft im BVDM. Steffen Kahnt wird zum 1. September 2026 Hauptgeschäftsführer.

Personalie:
Nina Stoll führt HWB und BVDM

Nina Stoll übernimmt den Vorsitz im Handelsverband Wohnen und Büro (HWB) sowie die Präsidentschaft im Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM). Damit ... weiter
 
Der Non-Food-Discounter Kodi beantragt Eigenverwaltung. Rund 50 der 150 Filialen sollen schließen, Stellenabbau folgt.

Erneute Insolvenz:
Kodi muss wohl ein Drittel seiner Filialen schließen

Der Non-Food-Discounter Kodi hat beim Amtsgericht Halle/Saale ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Rund 50 der 150 Filialen sollen schließen, ... weiter
 
Enrico Marzinkowski (Leiter des VeR-Arbeitskreises „E-Rechnung im Handel“, Markant), Nina Harms (Co-Leiterin des VeR-Arbeitskreises „E-Rechnung im Handel“, Bonpago) und Richard Luthardt (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes, Verband elektronische Rechnung, VeR)

E-Rechnung:
Handel drängt auf bessere Datenqualität

Führende deutsche Handelsunternehmen entwickeln gemeinsam mit dem Verband elektronische Rechnung (VeR) einheitliche Qualitätsstandards für E-Rechnungen. ... weiter
 
Der IWH-Insolvenztrend zeigt: Mit 4.996 Firmeninsolvenzen erreichte das zweite Quartal 2026 den höchsten Stand seit 21 Jahren. Besonders betroffen sind Bau, Handel, Gastgewerbe und Dienstleistungen. - IWH Firmenpleiten Inslolvenz

IWH-Insolvenztrend:
Firmenpleiten im zweiten Quartal auf Höchststand

Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einer Analyse feststellt, stieg die Zahl der Insolvenzen von Personen- und ... weiter
 
Eine VeR-Umfrage zeigt: E-Rechnung treibt die Digitalisierung, doch beim digitalen Meldesystem fehlen vielen Unternehmen Informationen.

Umfrage:
E-Rechnung treibt Digitalisierung voran

Eine Befragung des Verbands elektronische Rechnung (VeR) zeigt: Unternehmen sehen in der E-Rechnung zunehmend einen strategischen Hebel für digitale ... weiter
 

Medienpartnerschaft:
WLLnews wird Medienpartner des Wherever Whenever Work Culture Festivals

Unsere Plattform begleitet Themen rund um moderne Arbeitswelten, Digitalisierung, New Work und Nachhaltigkeit mit Fokus auf die Bürowirtschaft. Mit wll.news ... weiter
 
Nina Stoll übernimmt Vorsitz im HWB und Präsidentschaft im BVDM. Steffen Kahnt wird zum 1. September 2026 Hauptgeschäftsführer.

Personalie:
Nina Stoll führt HWB und BVDM

Nina Stoll übernimmt den Vorsitz im Handelsverband Wohnen und Büro (HWB) sowie die Präsidentschaft im Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM). Damit ... weiter
 
Der Non-Food-Discounter Kodi beantragt Eigenverwaltung. Rund 50 der 150 Filialen sollen schließen, Stellenabbau folgt.

Erneute Insolvenz:
Kodi muss wohl ein Drittel seiner Filialen schließen

Der Non-Food-Discounter Kodi hat beim Amtsgericht Halle/Saale ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Rund 50 der 150 Filialen sollen schließen, ... weiter
 
Enrico Marzinkowski (Leiter des VeR-Arbeitskreises „E-Rechnung im Handel“, Markant), Nina Harms (Co-Leiterin des VeR-Arbeitskreises „E-Rechnung im Handel“, Bonpago) und Richard Luthardt (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes, Verband elektronische Rechnung, VeR)

E-Rechnung:
Handel drängt auf bessere Datenqualität

Führende deutsche Handelsunternehmen entwickeln gemeinsam mit dem Verband elektronische Rechnung (VeR) einheitliche Qualitätsstandards für E-Rechnungen. ... weiter
 
Der IWH-Insolvenztrend zeigt: Mit 4.996 Firmeninsolvenzen erreichte das zweite Quartal 2026 den höchsten Stand seit 21 Jahren. Besonders betroffen sind Bau, Handel, Gastgewerbe und Dienstleistungen. - IWH Firmenpleiten Inslolvenz

IWH-Insolvenztrend:
Firmenpleiten im zweiten Quartal auf Höchststand

Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einer Analyse feststellt, stieg die Zahl der Insolvenzen von Personen- und ... weiter
 
Eine VeR-Umfrage zeigt: E-Rechnung treibt die Digitalisierung, doch beim digitalen Meldesystem fehlen vielen Unternehmen Informationen.

Umfrage:
E-Rechnung treibt Digitalisierung voran

Eine Befragung des Verbands elektronische Rechnung (VeR) zeigt: Unternehmen sehen in der E-Rechnung zunehmend einen strategischen Hebel für digitale ... weiter
 

Medienpartnerschaft:
WLLnews wird Medienpartner des Wherever Whenever Work Culture Festivals

Unsere Plattform begleitet Themen rund um moderne Arbeitswelten, Digitalisierung, New Work und Nachhaltigkeit mit Fokus auf die Bürowirtschaft. Mit wll.news ... weiter
 
Nina Stoll übernimmt Vorsitz im HWB und Präsidentschaft im BVDM. Steffen Kahnt wird zum 1. September 2026 Hauptgeschäftsführer.

Personalie:
Nina Stoll führt HWB und BVDM

Nina Stoll übernimmt den Vorsitz im Handelsverband Wohnen und Büro (HWB) sowie die Präsidentschaft im Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM). Damit ... weiter
 
Der Non-Food-Discounter Kodi beantragt Eigenverwaltung. Rund 50 der 150 Filialen sollen schließen, Stellenabbau folgt.

Erneute Insolvenz:
Kodi muss wohl ein Drittel seiner Filialen schließen

Der Non-Food-Discounter Kodi hat beim Amtsgericht Halle/Saale ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Rund 50 der 150 Filialen sollen schließen, ... weiter
 
Enrico Marzinkowski (Leiter des VeR-Arbeitskreises „E-Rechnung im Handel“, Markant), Nina Harms (Co-Leiterin des VeR-Arbeitskreises „E-Rechnung im Handel“, Bonpago) und Richard Luthardt (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes, Verband elektronische Rechnung, VeR)

E-Rechnung:
Handel drängt auf bessere Datenqualität

Führende deutsche Handelsunternehmen entwickeln gemeinsam mit dem Verband elektronische Rechnung (VeR) einheitliche Qualitätsstandards für E-Rechnungen. ... weiter
 
Der IWH-Insolvenztrend zeigt: Mit 4.996 Firmeninsolvenzen erreichte das zweite Quartal 2026 den höchsten Stand seit 21 Jahren. Besonders betroffen sind Bau, Handel, Gastgewerbe und Dienstleistungen. - IWH Firmenpleiten Inslolvenz

IWH-Insolvenztrend:
Firmenpleiten im zweiten Quartal auf Höchststand

Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einer Analyse feststellt, stieg die Zahl der Insolvenzen von Personen- und ... weiter
 
Eine VeR-Umfrage zeigt: E-Rechnung treibt die Digitalisierung, doch beim digitalen Meldesystem fehlen vielen Unternehmen Informationen.

Umfrage:
E-Rechnung treibt Digitalisierung voran

Eine Befragung des Verbands elektronische Rechnung (VeR) zeigt: Unternehmen sehen in der E-Rechnung zunehmend einen strategischen Hebel für digitale ... weiter
 

Medienpartnerschaft:
WLLnews wird Medienpartner des Wherever Whenever Work Culture Festivals

Unsere Plattform begleitet Themen rund um moderne Arbeitswelten, Digitalisierung, New Work und Nachhaltigkeit mit Fokus auf die Bürowirtschaft. Mit wll.news ... weiter