Drei Tage lang wurde auf der ILM geordert, diskutiert und genetzwerkt. Aussteller berichteten von konkreten Orderterminen, neuen Kundenkontakten und Gesprächen mit bestehenden Partnern. Nach Angaben der Messe zeigte sich dabei auch die Stimmung in den Hallen verändert. Die bekannten Herausforderungen des Marktes standen zwar weiterhin im Raum, bestimmten die Gespräche aber weniger stark als zuletzt. Stattdessen prägten vor allem Pragmatismus, Zuversicht und der Blick auf neue Geschäftschancen die Veranstaltung.
Positiv entwickelte sich zudem die internationale Besucherstruktur. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach. „Wir verzeichnen ein deutliches Auslandsplus: Nach zwei Tagen waren Besucher aus 59 Ländern auf der ILM, darunter Saudi-Arabien, Südafrika, Australien und Japan. Die Stimmen der Aussteller sind durchweg positiv.“
Mehr Emotion und neue Kaufanreize
Beim Messeauftakt standen die Chancen in einem schwierigen Marktumfeld sowie der Umgang mit kürzeren Produktzyklen und veränderten Konsumgewohnheiten im Fokus. Bei Taschen und Accessoires kehren auffälligere Designs, kräftigere Farben und dekorative Elemente zurück. Für Frühjahr/Sommer 2027 zeichnet sich zudem der Jelly-Trend ab. Auch beim Reisegepäck setzen die Anbieter auf neue Funktionen. Frontopening-Konzepte, zusätzliche Module und wandelbare Modelle sollen Komfort und Nutzwert erhöhen und dem Handel neue Verkaufsargumente liefern.
Neue Impulse kamen auf der ILM nicht nur von den Produkten. Trendvorträge, Talks und Keynotes griffen Themen auf, die über die Order hinausreichen. Trendforscherin Karolina Landowski etwa beschäftigte sich mit der wachsenden Bedeutung von „Human Made“ in Zeiten künstlicher Intelligenz. Auch der persönliche Austausch zwischen Handel und Industrie gewinnt angesichts kürzerer Zyklen an Bedeutung. Die ILM dient damit zunehmend nicht nur als Orderplattform, sondern auch zum Abgleich von Entwicklungen, Ideen und Geschäftsbeziehungen.
ILM Award feiert Comeback
Zu den Höhepunkten des ersten Messetages gehörte der Auftritt von Frauke Ludowig und ihrer Tochter Nele Ludowig. Im Gespräch verbanden beide persönliche Einblicke mit unterschiedlichen Generationenperspektiven auf Präsenz, Öffentlichkeit und Kommunikation. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Frage, wie Marken und Händler insbesondere in sozialen Medien authentisch auftreten und ihre Zielgruppen glaubwürdig erreichen können.
Am Abend kehrte Frauke Ludowig auf die Bühne zurück und moderierte den erstmals seit 2019 wieder verliehenen ILM Award. In der Kategorie „Best in Product“ setzte sich Deuter mit einer wandelbaren 90-Liter-Duffel durch. Cabaia belegte mit einem individualisierbaren Rucksack den zweiten Platz, Rang drei ging an Jost mit einer Neuinterpretation der Herren-Handgelenktasche. In der Kategorie „Best in Retail“ gewann Leder Maurer. Auf den weiteren Plätzen folgten die Henschel Modehaus Gruppe und Leder Spahn.
Die Preisverleihung ging anschließend in den gemeinsamen Messeabend über. Dabei wurde zugleich deutlich, welche Rolle der persönliche Austausch für die Branche spielt. Neben Ordergesprächen und Produktneuheiten bot die ILM damit auch Raum, bestehende Kontakte zu pflegen, neue Netzwerke zu knüpfen und Entwicklungen innerhalb der Branche direkt miteinander abzugleichen.
Positiver Blick nach vorn
Zum Abschluss zog Messechef Arnd Hinrich Kappe ein positives Fazit: „Wir haben zur Eröffnung von Aufbruch gesprochen – und genau das kann man fühlen und spüren. Diejenigen, die hier sind, wollen gestalten und sagen: Es geht voran. Wir hatten zwei Tage lang eine gute Stimmung. Genau das war unser Ziel“, resümiert Kappe.
Mit ihrer 164. Ausgabe unterstrich die ILM zugleich die Bedeutung des persönlichen Austauschs zwischen Handel und Industrie. Die nächste ILM Internationale Lederwarenmesse findet vom 13. bis 15. Februar 2027 in Offenbach am Main statt.








