Die ILM ist nicht nur eine Ordermesse, sondern auch ein wichtiger Branchentreffpunkt. Das konnte man auf der 162. Ausgabe in Offenbach sehr gut beobachten. Überall sah man Einkäufer:innen und Vertreter:innen von Herstellern, die sich angeregt über die neuen Kollektionen und die spannenden Inhalte des Rahmenprogramms austauschten. Angefangen vom „Welcome Talk“ als Kick-off zur ILM, der Diskussionsrunde mit Melina Bucher über neue Materialien der Lederbranche, die neue Märkte eröffnen, bis hin zum „Fashion Forecast Frühjahr/Winter 2026/2027“ und dem „Katerfrühstück“ am Sonntag.
Verbindlichkeit und klare Orientierung
„Unsere Messe ist ein Fixpunkt in einer sich wandelnden Branche, ein Pflichttermin für Einkäufer aus aller Welt. Gerade in volatilen Zeiten bleibt die ILM ein Ort, an dem Verbindlichkeit, Vertrauen und klare Orientierung geschaffen werden“, resümiert Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach, nach drei Tagen reger Ordertätigkeit. „Kein anderes Format vereint ein derart breites Spektrum an Marken und Kollektionen in einem kompakten Umfeld.“
Die kommenden Monate werden von den Ausstellern und Einkäufern trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen überwiegend optimistisch betrachtet. „Wir können von Glück reden, dass unsere Branche diese starke Messe hat. In Offenbach geht es um das Zusammenkommen – und das macht einfach Spaß“, sagte Beate Jost, Leiterin Retail des Unternehmens Jost.
Innovativ und überraschend
Auch kleinere Firmen wie das Startup Flynka nutzten die ILM, um ihre neuen Geschäftsideen zu präsentieren. Tobias Tilinski, Gründer und Geschäftsführer, arbeitet bereits erfolgreich mit Partnern wie Swiss Airlines und Lufthansa zusammen und nutzt die Messe, um die Fachbesucher:innen auf den nützlichen und clever umgesetzten Reisekarabiner aufmerksam zu machen.
Der „Urban Travel Karabiner“ hilft, persönliche Gegenstände mit einem Click zusammenzuhalten. Vavoo wiederum präsentierte einen Schulranzen mit einem zusätzlichen Reißverschluss-Deckelfach, die sogenannte „freche Klappe“. Unter dem Deckel verbergen sich auffällige „stille Verkäufer“ – wahlweise mit täuschend echtem Königskobra-, Fußball- oder Diamantmotiv. Entwickelt wurde dieser von Valentin, dem jüngsten Sohn von Albrecht von Dewitz, dem Gründer der Bergsportmarke Vaude.
Auch die Rückkehr internationaler Marken unterstreicht die Bedeutung der ILM: „Wir sind nach acht Jahren zum ersten Mal wieder dabei und sehr zufrieden“, erklärte Matthias Deguigne vom Reisegepäck-Anbieter Delsey. Jannice Boss vom Lifestyle-Label Bugatti ergänzt: „Die ILM ist unersetzlich.“ Raphael Fauvin, Vertriebsleiter der Marke Paul Marius, will mit der in Frankreich seit 2010 etablierten Brand den deutschen Markt erobern. Die am Stand präsentierten limitierten Editionen im Vintage-Stil haben mit ihren besonderen Designs ikonische Qualitäten. Im Sortiment ist auch eine Back-to-School-Kollektion.
„Maskuline Ledertasche“
Auch in diesem Jahr gab es wieder interessante Einblicke in die aktuellen Studienarbeiten der Hochschule Pforzheim. Helen Bender zeigte ihre Designideen aus dem vierten Semester zum Thema „Hinter der Maske“, und Paul Kaiser präsentierte seine Bachelor-Abschlussarbeit, in der er das Thema Bodybuilding aufgegriffen hat. Der 26-Jährige stellte neben Red Dragon Belts auch eine Ledertasche aus, die von seinem Oberarm inspiriert ist und täuschend echt die Muskulatur imitiert.
Gute Ideen bringen Menschen zusammen
In ihrer 162. Ausgabe überzeugte die Messe mit einer einladenden Atmosphäre sowie ergänzenden Formaten wie Networking-Angeboten sowie Live-Musik mit DJ Joe MC und Sänger Jimmie Wilson. „Die guten Ideen der Messe haben viele Menschen in die Halle gebracht und die Kreativität der Besucher angeregt“, fasst Dominique Großkurth vom nachhaltigen Label Got Bag die Stimmung während der ILM zusammen.










