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Eine Fraunhofer-IAO-Studie zeigt: Mehr Präsenztage führen nicht automatisch zu mehr Innovation. Entscheidend sind Raumgestaltung und Abwechslung.
Der Studie zufolge entscheidet der Arbeitsort allein nicht darüber, wie innovativ Mitarbeitende sind. Ausschlaggebend seien stattdessen Aufgabenkomplexität, Zusammenarbeitsformen und die Qualität der Arbeitsumgebung.
Bild: .shock/iStock/Getty Images Plus

Fraunhofer-IAO-Studie

Mehr Innovationskraft durch Mehr Präsenz?

Kalender Icon27. April 2026
Autor IconRedaktion

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer IAO räumt mit der Annahme auf, dass häufigere Anwesenheit im Büro die Innovationskraft steigert. Entscheidend sei vielmehr, wie die Arbeitsumgebung gestaltet ist – und ob Mitarbeitende Abwechslung und Spaß bei der Arbeit erleben.

Homeoffice-Pflicht zurückdrehen, Präsenztage erhöhen, Innovation steigern – so lautet die Logik, der derzeit viele Unternehmen folgen. Die Studie „Das Büro als Corporate Innovation Hub“, die im Rahmen des Innovationsnetzwerks Office 21 am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) entstanden ist, widerspricht dieser vereinfachten Gleichung. Zwischen Büropräsenz und Innovationsfähigkeit besteht laut den Forschenden kein direkter linearer Zusammenhang. Stattdessen rücken andere Faktoren in den Vordergrund: die Qualität der Arbeitsumgebung, die Vielfalt der Aufgaben und die Art der Zusammenarbeit.

Abwechslung, Spaß und Lernmöglichkeiten treiben Innovation

Die Studie identifiziert mehrere Faktoren, die Kreativität und Innovationsfähigkeit in hybriden Arbeitssettings nachweislich fördern. Abwechslung bei der Arbeit, Spaß an der Tätigkeit und ein hohes Engagement für den Erfolg der Organisation erweisen sich demnach als die stärksten Treiber. Ergänzend spielt die Möglichkeit, Neues zu lernen, eine wesentliche Rolle.

„Mitarbeitende brauchen regelmäßig die Gelegenheit, aus ihren Routinen auszubrechen und an neuen, herausfordernden Projekten mitzuwirken, um die Innovationsbereitschaft zu stärken“, sagt Milena Bockstahler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer IAO. Monotonie hemme die Kreativität.

Die Forscherin betont zudem, dass der Arbeitsort allein nicht darüber entscheide, wie innovativ Mitarbeitende sind. Vielmehr wirkten Aufgabenkomplexität, Zusammenarbeitsformen und die Qualität der Arbeitsumgebung zusammen.

Vier Gruppen – gleicher Präsenzanteil, unterschiedliche Innovationskraft

Mithilfe einer statistischen Clusteranalyse haben die Forschenden vier Gruppen von Mitarbeitenden in hybriden Arbeitsformen identifiziert. Zwei davon weisen laut Studie eine überdurchschnittliche, zwei eine unterdurchschnittliche Innovationsfähigkeit auf. Innerhalb beider Kategorien gibt es jeweils eine Gruppe mit hoher und eine mit geringer Büropräsenz.

Die erste Gruppe schöpft ihre Innovationskraft laut den Ergebnissen aus der Nutzung vielfältiger Arbeitsorte – sie arbeitet häufig außerhalb des Büros und ist dennoch überdurchschnittlich innovativ. Die zweite Gruppe ist regelmäßig im Büro präsent und erreicht dort ebenfalls hohe Innovationswerte. Die dritte Gruppe arbeitet überwiegend im Homeoffice, hat jedoch einen Kipp-Punkt erreicht: Der hohe Remote-Anteil führt laut Studie zu einem Mangel an Inspiration und damit zu unterdurchschnittlicher Innovationsfähigkeit. Die vierte Gruppe ist zwar häufig im Büro anwesend, erfährt dort aber keine ausreichende Inspiration – auch sie bleibt unter dem Durchschnitt.

Diese Verteilung unterstreicht die zentrale These der Studie: Weder hohe Präsenz noch hohe Flexibilität garantieren für sich genommen innovative Arbeit.

Die Gestaltung der Büroflächen entscheidet am Ende

Den größten Unterschied zwischen den innovativen und den weniger innovativen Gruppen macht laut Fraunhofer IAO die Eignung der Büroflächen aus. Die überdurchschnittlich innovativen Gruppen bewerten ihre Büroräume für kreative Zusammenarbeit und bereichsübergreifende Treffen deutlich besser als die unterdurchschnittlich innovativen Gruppen. Die Unterstützung durch das Büro lasse sich demnach als zentrales Unterscheidungsmerkmal für die Innovationskraft unter hybriden Arbeitsbedingungen festhalten.

Konkret empfehlen die Forschenden, spezifische Räume für Ideenfindung und kollaborative Kreativarbeit zu schaffen. Lernlounges, Bibliotheken oder Schulungsräume könnten als Orte des Wissensaustauschs dienen. Flexible Arbeitszeiten und -orte sollten eine Umgebung ermöglichen, die sich an individuelle Bedürfnisse und den persönlichen Arbeitsrhythmus anpasst.

Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden pauschal ins Büro zurückbeordern, ohne die Räumlichkeiten entsprechend anzupassen, dürften laut den Ergebnissen der Studie kaum Innovationsgewinne erzielen.

www.iao.fraunhofer.de

Themen:Büroorganisation | Digital Workplace | Employer Branding | Homeoffice | Interior Design | Mobiles Arbeiten | New Work | Produktivität | Remote Work | Studien
Firmen & Hersteller:Fraunhofer IAO

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