Die Basis dafür ist jedenfalls vorhanden: Die Kinnarps-Gruppe (480 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2011/12, 2600 Mitarbeiter, acht Produktionsstätten, davon zwei – Minden und Worms – in Deutschland) ist das größte Büroeinrichtungsunternehmen Europas. Vor 70 Jahren als Tischlerei mit drei Mitarbeitern gegründet, entwickelte sich der Betrieb kontinuierlich: Heute umfasst das Kinnarps-Produktportfolio Lösungen für Arbeitsplätze, Meeting und Schulungen, den Empfangs- und Wartebereich, Büromöbel fürs Management und den Konferenzraum sowie für Cafeteria und Kantine.
Ganzheitliche und anwenderbezogene Einrichtungen mit ergonomischen Produkten stehen im Fokus des Angebots. Dabei setzen die Schweden auf Nachhaltigkeit und schonenden Umgang mit den Ressourcen. Der Kauf von Materialien aus der Umgebung, ein Heizsystem mit eigenen Holzabfallprodukten im Stammwerk in der Ortschaft Kinnarp und die Nutzung von recycelten Materialien sind Beispiele für Nachhaltigkeit im immer noch vollständig inhabergeführten Familienunternehmen.
Mit der Übernahme des Design-Spezialisten Materia 2004 und Samas Deutschland 2010 hat sich das Angebot von Kinnarps nochmals deutlich erweitert. Zur Produktrange des Gesamtkonzerns steuert die deutsche Tochter insbesondere das Know-how der gut eingeführten Marken Drabert und Martin Stoll aus dem Stuhlbereich bei. Die vergangenen zwei Jahre wurden vor allem dazu genutzt, die Produkte – insbesondere was Stoffe und Oberflächen angeht – zu harmonisieren: „Mit den Marken Kinnarps, Drabert, Martin Stoll sowie Materia und Skandiform bieten wir ein sehr umfangreiches und abgerundetes Portfolio“, betont Jörg Panne-koike, Vorsitzender der Geschäftsführung Kinnarps Deutschland, der zunächst vor allem auf eine flächendeckende Fachhandelsbasis für den Vertrieb der Produkte setzt. Zusätzlich gibt es Kinnarps-Kompetenzzentren in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart. So will das Unternehmen auch hierzulande einen Rundum-Service bei der Planung von Büros bieten.
Im Hinblick auf die sich verändernden Anforderungen in der Büroarbeit bietet Kinnarps aktuell mit „Next Office“ ein neues, flexibel konzipiertes Bürokonzept. Vorgestellt wurde es Ende letzten Jahres auf einer Fachhandelsveranstaltung in Schweden: „Der Bedarf an persönlichen Arbeitsplätzen sinkt, während sich die Nachfrage nach einer flexiblen, funktionalen und stimulierenden Arbeitsumgebung erhöht“, erläutert Per-Arne Andersson, Geschäftsführer von Kinnarps AB, wie es zur Entwicklung des Konzepts kam. „Mit ,Next Office’ bieten wir unseren Kunden einen ganzheitlichen Ansatz für die Büroplanung, in der wir unterschiedliche Parameter wie Büroatmosphäre, Arbeitsorganisation, Technik und Management berücksichtigen“, so Andersson weiter.
Verglichen mit einem herkömmlichen Büro bietet Next Office mit seiner Vielzahl an anpassungsfähigen Arbeitsplätzen eine Reihe von Vorteilen, ist man sich in Kinnarp sicher: Kosten-minimierung für Raummieten, eine hohe Flächeneffizienz sowie eine größere Mobilität und Kreativität waren wichtige Eckpfeiler bei der Entwicklung des Konzepts. Darüber hinaus soll die Flexibilität erhöht und das Wohlbefinden der Mitarbeiter gesteigert werden. Gleichzeitig sei das Konzept betriebswirtschaftlich besonders interessant: „Indem man eine Arbeitsumgebung schafft, die nur ummöbliert, aber nie umgebaut werden muss, erreicht man eine ganz andere Dimension an Flexibilität. Plötzlich stellt es für einen Unternehmer auch kein unüberwindbares Hindernis mehr dar, die Mitarbeiterzahl von 100 auf 150 zu erhöhen oder zu verringern“, argumentiert Per-Arne Andersson.
Umdenken ist bei der Planung von Büros zukünftig von allen Beteiligten gefordert. So müsse beispielsweise der Gedanke an eine Quadratmeterzahl pro Arbeitsplatz zugunsten einer Quadratmeterzahl pro Mitarbeiter verschoben werden: „Immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause aus oder von unterwegs. Das hat zur Folge, dass in manchen Unternehmen an der Hälfte der Arbeitsplätze ständig gähnende Leere herrscht. Meine Überzeugung ist, dass viele Arbeitgeber durch die Umstellung auf eine tätigkeitsbasierte Arbeitsumgebung deutlich Kosten einsparen können”, so Andersson.









