Unter dem Titel „Orgatec 2026 presents the Eames Pavilion System by Kettal in collaboration with the Eames Office“ verbindet die Messe Designgeschichte mit aktuellen Fragen der Raumgestaltung. Im Mittelpunkt stehen zwei begehbare Ausführungen des Eames Pavilion Systems. Materialien und Exponate aus dem Archiv des Eames Office ergänzen die Präsentation.
Die Sonderausstellung zeigt, wie aktuell die Ideen von Charles und Ray Eames noch heute sind. Im Fokus stehen flexible und anpassungsfähige Räume.
„Mit dem Eames Pavilion System präsentiert die Orgatec ein Stück Designgeschichte, das für die Gegenwart neu gedacht wird“, sagt Maik Fischer, Director der Orgatec. Das flexible Baukastensystem passe direkt zum Leitthema der Messe „From rooms to relationships: designing spaces in an ever-changing world“.
Von den Eames Houses zum Pavilion System
Anpassungsfähige Architektur spielte im Werk von Charles und Ray Eames schon früh eine zentrale Rolle. Ihre Wohnprojekte aus den 1940er- und 1950er-Jahren zeigen dieses Verständnis deutlich. Dazu zählt auch das „Case Study House No. 8“, heute bekannt als „Eames House“.
An diese Prinzipien knüpft das Eames Pavilion System an. Dem Projekt gingen fast drei Jahre Forschung und Entwicklung voraus. Unter Leitung von Eckart Maise untersuchte das Eames Office gemeinsam mit Kettal verschiedene Wohnprojekte von Charles und Ray Eames. Dabei flossen sowohl realisierte als auch nicht realisierte Entwürfe ein.
Antonio Navarro, Creative Director von Kettal, erklärt, man habe das Eames House nicht als Objekt betrachtet, das es zu kopieren gelte. Vielmehr habe es als Prototyp für ein System gedient. Ziel sei gewesen, die ursprüngliche Logik in heutige Materialien und Produktionsverfahren zu übertragen.
So entstand ein technisch weiterentwickelter und industrialisierter Bausatz. Er überträgt die gestalterischen Prinzipien der Eames in die Gegenwart.
Flexibel für unterschiedliche Nutzungen
Das Eames Pavilion System folgt einem klaren Raster. Wiederholbare Strukturmodule lassen sich mit verschiedenen Dächern, Fassadenelementen, Verglasungen, Textilien und Zubehör kombinieren.
Dadurch eignet sich das System für unterschiedliche Einsatzbereiche. Dazu zählen Wohnen, Hospitality, Arbeitswelten, Events, Retail und Ausstellungen. Auf der ORGATEC 2026 zeigt die Messe zwei eingeschossige Pavillons auf rund 132 Quadratmetern.
Im Mittelpunkt steht dabei eine Frage, die schon Charles und Ray Eames beschäftigte: Wie können Räume auf Veränderungen reagieren und sich an neue Bedürfnisse anpassen? Genau hier liegt auch die Verbindung zum Orgatec-Leitthema.
Einblicke in das Archiv des Eames Office
Unter dem Titel „The Eames Houses“ zeigt die Sonderausstellung zudem historische Entwürfe, Archivzeichnungen, Filme und Fotografien. Darunter befinden sich auch bislang weitgehend unbekannte Projekte und Materialien aus dem Bestand des Eames Office.
Die historischen Dokumente treten in direkten Dialog mit den neuen Weiterentwicklungen. So lassen sich die Ursprünge des Pavilion Systems nachvollziehen.
Eckart Maise betont, dass Architektur für das Werk von Charles und Ray Eames eine grundlegende Rolle spielte. In der Öffentlichkeit werde ihr Schaffen zwar oft vor allem mit Möbeln verbunden. Tatsächlich habe ihr systemisches architektonisches Denken jedoch viele ihrer Arbeiten geprägt.
„The Eames Houses“ ist zugleich der Titel eines Quellenwerks zur Wohnarchitektur von Charles und Ray Eames. Das Buch basiert auf denselben Archivrecherchen und ist in diesem Sommer beim Verlag Phaidon erschienen.
Sonderausstellung während der Orgatec 2026
Die Sonderausstellung „Orgatec 2026 presents the Eames Pavilion System by Kettal in collaboration with the Eames Office“ läuft vom 27. bis 30. Oktober 2026 in Halle 10.2.









