Die Gesamtproduktion lag aufgrund des strukturell bedingten Mengenrückgangs insbesondere bei den graphischen Papieren 2,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau und erreichte 18,7 Millionen Tonnen. Dementsprechend ging auch der Gesamtabsatz um 1,7 Prozent zurück (18,7 Millionen Tonnen). Unter anderem aufgrund des starken Preisdrucks durch internationale Wettbewerber, die von günstigeren Standortfaktoren profitieren, reduzierte sich der Gesamtumsatz um 5,0 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro.
Verpackungspapiere verbuchten auch 2025 im Zuge des weiterwachsenden Online-Handels eine Produktionssteigerung in Höhe von 1,8 Prozent. Technische und Spezialpapiere erzielten ein Produktionsplus von 1,3 Prozent. Bei den graphischen Papieren ist die Lage angesichts der weiter tiefgreifenden Änderungen im Kommunikations- und Medienbereich dagegen nach einem erneuten zweistelligen Produktionsminus in Höhe von 16,7 Prozent dramatisch. In Deutschland fiel der Rückgang mehr als doppelt so hoch aus wie in Europa, wo die Produktion graphischer Papiere 2025 um etwas mehr als sieben Prozent zurückging. Diese Entwicklung unterstreicht die Wettbewerbsnachteile des heimischen Standortes. Auch die Produktionsmenge von Hygienepapieren reduzierte sich im vergangenen Jahr leicht um 2,8 Prozent.
Ertragssituation in vielen Betrieben angespannt
Obwohl das Bruttoinlandsprodukt 2025 weitgehend stagnierte, sank der Inlandsabsatz um 2,8 Prozent, während der Auslandabsatz lediglich um 0,7 Prozent rückläufig war. 2025 erreichte die Branche eine Kapazitätsauslastung von 85 Prozent. Im Langzeitvergleich setzt sich damit eine Abschwächung fort. Der Wert liegt fünf Prozentpunkte unter dem von 2020 und bleibt zehn Prozentpunkte hinter dem Durchschnittsniveau der Jahre 2000 bis 2010 zurück.
Diese Entwicklungen blieben zusammengenommen nicht ohne Folgen auf den wirtschaftlichen Erfolg. Nach Angaben des Verbandes war die Ertragssituation in vielen Betrieben entsprechend angespannt, was zusammen mit dem hohen Kostenniveau in vielen Bereichen bereits zu Stilllegungen von Papiermaschinen und Standortschließungen führte. Ende 2025 waren nur noch 128 Werke mit 216 Papiermaschinen in Betrieb. Fünf Jahre zuvor waren es noch 152 Werke mit 260 Papiermaschinen. Damit wurden in den letzten fünf Jahren mehr als 15 Prozent der Werke und Papiermaschinen stillgelegt. Entsprechend gingen innerhalb von fünf Jahren auch die Beschäftigtenzahlen der Branche von 45.600 auf rund 41.000 zurück.
Enttäuschend fiel 2025 laut Verband auch die politische Unterstützung aus. Viele angekündigte Reformen und Kostensenkungen seien nicht oder nur teilweise umgesetzt worden. Das verschärfte die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage der Branche, da statt Entlastungen und mehr Flexibilität weitere Belastungen durch gestiegene Lohnnebenkosten, höhere Rohstoff- und Logistikkosten sowie durch regulatorische Auflagen hinzukamen. Gerade mehr Flexibilität wäre jedoch im Sinne der Fachkräftesicherung erforderlich, um dem zunehmenden Fach- und Arbeitskräftemangel wirkungsvoll zu begegnen. All dies erschwerte die wirtschaftliche Produktion und engte den unternehmerischen Handlungsspielraum zunehmend ein.
Bedingungen bleiben herausfordernd
Auch in diesem Jahr bleiben die Bedingungen für die deutsche Papier- und Zellstoffindustrie herausfordernd. Nach Ansicht des Verbandes zeichne es sich bereits ab, dass der angekündigte Industriestrompreis zwar ein gut gemeintes Wahlversprechen gewesen sei, aber an vorher bekannten rechtlichen Rahmenbedingungen scheiterte und bei vielen Unternehmen deshalb gar nicht oder nur in Teilen ankomme.
Weiterhin drohen in anderen Bereichen steigende Kosten, wenn nicht von Seiten der Politik zeitnah und entschlossen gegengesteuert wird, kritisiert der Verband. Besonders gravierend sei dies bei der anstehenden Reduktion an Zertifikate-Zuteilung im EU-ETS I. Die deutsche Papier- und Zellstoffindustrie steht vor einem Verlust von zugeteilten Zertifikaten im Wert von über 140 Millionen Euro pro Jahr, die dadurch nicht in notwendige Investitionen für die Transformation fließen könnten.
„Unsere Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand. Wenn die Politik nicht endlich entschlossen handelt, wird sich der Strukturabbau weiter beschleunigen – mit gravierenden Folgen für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die nachhaltige Transformation“, betont Hans-Christoph Gallenkamp, Präsident des Verbandes Die Papierindustrie. „Unsere Branche treibt Kreislaufwirtschaft und Innovation aktiv voran. Damit wir das auch künftig können, braucht es jetzt politische Umsetzungsgeschwindigkeit und den Mut zu echten Reformen bei Sozialstaat und Standortfaktoren“, so Gallenkamp weiter.







