„Der richtige Einsatz steigert nicht nur die Produktivität, sondern führt auch zu schnelleren, innovativen Entwicklungen“, ist sich Ralf Schulz, Partner bei h&z, sicher. Um die neuen Vorteile von Social Media im Innovationsprozess, im Risikomanagement oder auch in der Lieferantenauswahl und -bewertung nutzen zu können, sind jedoch neue Fähigkeiten gefragt.
Die jüngere Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, ist hier klar im Vorteil. Für sie war das Erwerben der neuen Kompetenzen ein echtes „Kinderspiel“. Anders sieht es bei der heutigen Manager-Generation aus. Mit einem Durchschnittsalter von 45 bis 50 Jahren muss sie sich anstrengen, Schritt zu halten und die neuen Fähigkeiten gezielt erlernen.
Von den Jungen lernen: wie Social Media die Rollen umdreht
Lernten früher die älteren Mitarbeiter die jungen Einsteiger an, sind die Rollen beim Thema Social Media vertauscht. Das ruft vielerseits Skepsis und Abneigung hervor und ist die größte Herausforderung, um Social Media im Beruf zu etablieren. „Teilweise führen Vorbehalte und ‚Angst’ vor den neuen Medien zu abstrusen Entwicklungen, so zum Beispiel wenn große Automobilkonzerne die Nutzung von Social Media im Unternehmen blockieren“, sagt Ioan Brumer, Berater bei h&z. „Ein Verbot war aber noch nie eine Lösung im Entwicklungsprozess von Unternehmen. Vielmehr sind Weiterbildung und ein Verhaltenskodex für die Nutzung von Social Media zielführend.“
Einhergehend mit der natürlichen Verjüngung in den Einkaufsabteilungen ändern sich Arbeitsweisen und Kommunikationsverhalten. „In Social-Media-Kanälen gibt es keine oder nur wenige hierarchische Strukturen. Das überträgt sich immer stärker auf viele berufliche Aspekte“, erklärt Ioan Brumer. Das Prinzip, dass jeder zu jederzeit und zu jedem Thema seine Meinung abgeben kann, ist richtig eingesetzt sogar ein Treiber im Innovationsprozess. Auch können das offene Kommunikationsverhalten und die mögliche Einbindung externer Partner Einkaufsprozesse beschleunigen, zum Beispiel bei der Lieferantensuche und -bewertung. „Wer hier die Intelligenz der Masse nutzt, kann erhebliche Wettbewerbsvorteile erzielen“, sagt Ralf Schulz. Schließlich wird es immer schwerer, in komplexen Märkten den Überblick zu bewahren.
Als Schnittstelle zwischen internen Abteilungen und externen Dienstleistern empfiehlt die h&z-Studie dem Einkauf, eine Themen- und Projekt-Plattform ins Leben zu rufen. Über sie kann gemeinsam und gleichzeitig von verschiedenen Stellen an einer Sache gearbeitet und neue Erkenntnisse unkompliziert ausgetauscht werden. „Mit Blick auf das zunehmende Outsourcing in den Firmen gewinnen solche halb-offenen Plattform-Lösungen an Bedeutung“, sagt Ralf Schulz. Auch erleichtert die gleichzeitige Beteiligung von Einkäufern, Forschern und Technikern, Vorteile im Einkauf zu identifizieren und die technologischen Eckpunkte direkt mit strategischen Lieferanten zusammenzubringen.
Schließlich können Microblogging-Dienste, RSS-Feeds und spezialisierte Blogs das Risikomanagement im Einkauf verbessern. In immer stärker vernetzten Märkten lassen sich mit ihrer Hilfe negative Entwicklungen in anderen Branchen, Ländern und Regionen einfach beobachten und schnell reagieren.









