Die Kaufkraft misst laut NIQ Geomarketing das verfügbare Nettoeinkommen inklusive staatlicher Leistungen wie Renten, Kindergeld oder Arbeitslosengeld. Ob der nominale Zuwachs tatsächlich mehr Geld in den Taschen der Menschen bedeutet, hängt allerdings von der Preisentwicklung ab. Insgesamt entfällt die größte Kaufkraftsumme auf Deutschland mit rund 2.607 Milliarden Euro, gefolgt von der Schweiz mit 495 Milliarden und Österreich mit 290 Milliarden Euro.
Deutschland: Bayern vorn, Gelsenkirchen am Ende
Laut NIQ belegt Bayern mit 33.666 Euro pro Kopf erneut den ersten Platz unter den Bundesländern, gefolgt von Hamburg und Baden-Württemberg. Die neuen Bundesländer verzeichnen weiterhin die stärksten Zuwächse – Berlin etwa verbessert sich um 0,9 Indexpunkte. Auf Kreisebene führt der Landkreis Starnberg mit 42.751 Euro, während Gelsenkirchen mit 24.538 Euro das Schlusslicht bildet. Den größten Sprung nach oben macht laut der Studie der Landkreis Lichtenfels in Oberfranken.
NIQ-Experte Markus Frank weist darauf hin, dass Kreise mit starkem Mittelstand wie Lichtenfels und Coburg besonders profitieren, während Städte mit Automobil- und Zuliefererstrukturen wie Wolfsburg langsamer wachsen.
Österreich: Homogen auf Länderebene, gespalten in Wien
In Österreich verteilt sich die Kaufkraft laut NIQ auf Bundeslandebene vergleichsweise gleichmäßig. Niederösterreich führt mit 32.899 Euro pro Kopf knapp vor Vorarlberg und Salzburg. Wien bildet mit 29.097 Euro das Schlusslicht – zugleich befinden sich aber fünf der kaufkraftstärksten Bezirke des Landes in der Hauptstadt. Der 1. Bezirk (Innere Stadt) liegt mit 44.096 Euro mehr als 40 Prozent über dem Landesdurchschnitt, während der 20. Bezirk (Brigittenau) mit 24.720 Euro über 21 Prozent darunter liegt.
Schweiz: Große Spanne zwischen Höfe und Entlebuch
In der Schweiz dominiert laut NIQ der Kanton Zug mit 94.405 Euro pro Kopf – mehr als 72 Prozent über dem Landesschnitt. Auf Bezirksebene führt Höfe im Kanton Schwyz mit 144.630 Euro. Am unteren Ende steht der Wahlkreis Entlebuch mit 39.980 Euro. Die Spanne zwischen dem reichsten und dem ärmsten Bezirk beträgt damit mehr als das 3,6-Fache.








