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Fast jeder zweite Beschäftigte würde für moderne Technik häufiger ins Büro kommen, zeigt eine YouGov-Umfrage für Angermann.
Für 45 Prozent der Befragten ist eine zeitgemäße Ausstattung mit KI-gestützten Tools, automatisierten Steuerungssystemen sowie Virtual- oder Augmented-Reality-Anwendungen ein wichtiger Grund, häufiger im Büro zu arbeiten.
Bild: standret/iStock/Getty Images Plus

Bürowelt

Tech-Ausstattung lockt zurück ins Büro

Kalender Icon7. Juli 2026
Autor IconRedaktion

Fast jeder zweite Beschäftigte würde häufiger ins Büro kommen, wenn dort KI-Tools, Automatisierung oder AR/VR-Anwendungen bereitstünden. Das zeigt eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Angermann Real Estate Group. Viele Unternehmen haben den Handlungsbedarf erkannt – aber längst nicht alle handeln entsprechend.

Nicht nur Anwesenheitsregeln und die Büroeinrichtung, sondern auch die technische Ausstattung entscheiden darüber, wie gern Beschäftigte ins Büro kommen. Laut einer YouGov-Befragung im Auftrag von Angermann, einem Beratungs- und Vermittlungsunternehmen für Büroimmobilien, geben 45 Prozent der Beschäftigten an, dass eine zeitgemäße Ausstattung mit KI-gestützten Tools, automatisierten Steuerungssystemen sowie Virtual- oder Augmented-Reality-Anwendungen ein wichtiger Grund wäre, häufiger im Büro zu arbeiten. 50 Prozent sehen darin zudem einen Faktor, der die langfristige Bindung an den Arbeitgeber stärkt.

Befragt wurden zwischen dem 12. und 21. Mai 2026 insgesamt 530 Büromitarbeitende sowie 519 Entscheider:innen aus Unternehmen mit Büropersonal. 51 Prozent der Beschäftigten wünschen sich demnach unabhängig von ihrer Präferenz für Homeoffice oder Präsenz, dass ihr Arbeitgeber den Arbeitsplatz in den kommenden drei bis fünf Jahren technologisch modernisiert.

Präsenz aus Pflicht statt Überzeugung

Die Studie legt eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit offen: 38 Prozent der Befragten arbeiten lieber im Homeoffice, gleichzeitig sind 58 Prozent ausschließlich oder überwiegend im Büro. Sami Steinbach, Vorstandsvorsitzender bei Angermann, folgert daraus, dass rund jeder fünfte Befragte offensichtlich nur wegen betrieblicher Vorgaben ins Büro komme. Im Wettbewerb um Fachkräfte müssten seiner Einschätzung nach Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden bei der Büroplanung berücksichtigen, um Anreize für eine freiwillige Rückkehr zu schaffen.

Auf Unternehmensseite ist die Botschaft teilweise angekommen. 48 Prozent der befragten Entscheider:innen glauben, dass technologisch besser ausgestattete Büros die Beschäftigten motivieren, eher vor Ort zu arbeiten. 52 Prozent gehen davon aus, dass entsprechende Modernisierungen die Mitarbeiterbindung erhöhen. 45 Prozent planen daher, ihre Büroräume in den kommenden drei bis fünf Jahren an den technologischen Wandel anzupassen – etwa durch KI-gestützte Tools, vollautomatische Arbeitsplatzvergabe oder Raumkonzepte mit VR- und AR-Integration. 57 Prozent versprechen sich davon eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit.

Rückkehrprobleme, aber wenig Investitionsbereitschaft

Auffällig ist: Ausgerechnet Unternehmen, die schon jetzt Schwierigkeiten haben, ihre Beschäftigten ins Büro zu bekommen, investieren am wenigsten. 40 Prozent der Entscheider:innen, deren Mitarbeitende laut eigener Aussage ohnehin lieber im Homeoffice arbeiten, planen keine der abgefragten Neuerungen. Dazu zählen die automatische Steuerung von Licht-, Klima- und Akustikbedingungen, Räume mit AR- und VR-Integration, virtuelle Meetings mit Erlebnischarakter, AR/VR-gestützte Trainings sowie eine KI-basierte Arbeitsplatzvergabe.

In Unternehmen, deren Beschäftigte bereits überwiegend im Büro arbeiten, liegt dieser Anteil bei 27 Prozent. Steinbach rät Unternehmen, technologische Anforderungen frühzeitig in die Immobilienplanung einzubeziehen. Bereits jetzt wünsche sich mehr als jeder vierte Mitarbeitende eine automatische Steuerung optimaler Licht-, Klima- und Akustikbedingungen.

Fokus oder Austausch – unterschiedliche Erwartungen

Die Umfrage zeigt zudem, dass Beschäftigte und Führungsebene die Funktion des Büros verschieden bewerten. 53 Prozent der Mitarbeitenden sehen das Büro vorrangig als Ort für konzentriertes Arbeiten, auf Unternehmensseite teilen diese Sicht nur 41 Prozent. Umgekehrt betrachten 55 Prozent der Entscheider:innen das Büro primär als Ort für Zusammenarbeit und Austausch – bei den Beschäftigten rangiert dieser Aspekt mit 43 Prozent erst an zweiter Stelle.

Moderne Büroflächen sollten daher sowohl technologisch leistungsfähig gestaltet werden und zugleich flexible Nutzungskonzepte anzubieten, um unterschiedliche Arbeitsweisen zu unterstützen.

Stay-or-Go: Analyse vor Vertragsverlängerung

Matthis Rabels, Senior Immobilienberater bei Angermann, empfiehlt Unternehmen, bei anstehenden Vertragsverlängerungen genau zu prüfen, ob die vorhandene Fläche den künftigen Anforderungen genügt. Als Berater und Vermittler von Büroimmobilien begleitet Angermann solche Standortentscheidungen mit einer sogenannten Stay-versus-Go-Analyse. Sie soll klären, ob Modernisierungen und flexible Flächenkonzepte am bestehenden Standort wirtschaftlich umsetzbar sind oder ob ein Wechsel sinnvoller ist.

Zu den zentralen Anforderungen zählt Rabels leistungsfähige digitale Infrastrukturen, flexible Raum- und Arbeitsplatzkonzepte, intelligente Gebäudetechnik sowie Schnittstellen für KI-Anwendungen, automatisierte Buchungssysteme und hybride Meetingformate. Diese Aspekte gehörten frühzeitig in Mietvertragsverhandlungen, Ausbaukonzepte und Standortentscheidungen. Die Büroimmobilie werde so nicht nur zur Kosten- oder Flächenfrage, sondern zu einem strategischen Instrument für Mitarbeiterbindung, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

www.angermann-realestate.de, yougov.com

Themen:Arbeitsplatz | Digital Workplace | Digitalisierung | Homeoffice | Hybrides Arbeiten | New Work | Office | Workspace | Zukunft
Firmen & Hersteller:YouGov
Sortimente & Produkte:Büroeinrichtung | Büromöbel

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