Die deutsche Wirtschaft sieht deutlichen Reformbedarf beim Datenschutz. Laut einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 605 Unternehmen ab 20 Beschäftigten halten 90 Prozent eine gezielte Reform der DS-GVO für notwendig, 41 Prozent sogar für sehr notwendig. Auch bei der Datenschutzaufsicht sehen 93 Prozent der Befragten Reformbedarf.
Aufwand durch Datenschutz nimmt zu
92 Prozent der Unternehmen bewerten den Aufwand durch den Datenschutz als hoch, 42 Prozent sogar als sehr hoch. Bei 71 Prozent ist er im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Gleichzeitig sagen 88 Prozent, dass die DS-GVO ihre Geschäftsprozesse komplizierter mache.
Den größten Aufwand verursachen die Dokumentationspflichten von Verarbeitungstätigkeiten. 84 Prozent der Unternehmen nennen diesen Punkt, nach 73 Prozent im Vorjahr. Dahinter folgen die Klärung rechtlicher Anforderungen mit 68 Prozent und die technische Implementierung mit 65 Prozent.
Auch Unsicherheiten bei den Vorgaben beschäftigen die Unternehmen. 88 Prozent beklagen fehlende Klarheit bei Datenschutzanforderungen, 83 Prozent den kontinuierlichen Anpassungsbedarf an rechtliche Entwicklungen.
Datenschutz bremst KI-Projekte
Mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz verschärft sich die Problematik aus Sicht vieler Unternehmen. 78 Prozent berichten, dass die Datenschutzprüfung von KI-Projekten immer aufwendiger werde. 72 Prozent bezeichnen Datenschutz beim KI-Einsatz als großes Thema im eigenen Unternehmen. Die Hälfte der Befragten gibt an, dass Datenschutz den Einsatz von KI im eigenen Unternehmen behindere.
Bei einer Reform wünschen sich 89 Prozent vor allem weniger Dokumentationspflichten bei risikoarmen Verarbeitungen. 76 Prozent fordern eine einheitliche Auslegung durch die Datenschutzbehörden, 73 Prozent mehr Rechtssicherheit bei der Interessenabwägung. 69 Prozent wünschen sich zudem eine bessere Abstimmung mit anderen Regulierungen wie dem AI Act.









