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Unternehmen sehen den digitalen Produktpass eher kritisch
Laut einer Studie des Umweltbundesamtes und der Bundesnetzagentur begegnen viele Unternehmen dem digitalen Produktpass mit Skepsis und befürchten steigende Bürokratie und Kosten.
Grafik: Eigene Darstellung, generiert mit KI-gestütztem Bildmodell (ChatGPT/DALL·E, OpenAI)

Trotz Pflicht ab 2027

Unternehmen sehen digitalen Produktpass eher skeptisch

Kalender Icon28. Juli 2025
Autor IconRedaktion

Viele Unternehmen begegnen dem digitalen Produktpass mit Skepsis. Ihre Bedenken umfassen die befürchtete Zunahme bürokratischer Prozesse und Kosten. Dies geht aus einer gemeinsamen Erhebung des Umweltbundesamtes und der Bundesnetzagentur unter 1500 Unternehmen hervor. Obwohl der digitale Produktpass ab 2027 für bestimmte Produktgruppen in der EU verpflichtend wird, nutzen bisher nur wenige Firmen digitale Umweltinformationen.

Der digitale Produktpass stellt ein zentrales Instrument dar, um das Prinzip der Kreislaufwirtschaft in der EU weiter voranzubringen. Darin werden zentrale Informationen zu Materialien, Komponenten, Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Produkten gebündelt. Das Ziel besteht darin, Unternehmen und Verbraucher:innen die Umweltauswirkungen eines Produkts besser nachvollziehen und reduzieren zu lassen. Viele Unternehmen begegnen dieser digitalen Lösung noch mit Skepsis. Diese Ergebnisse gehen aus der Umfrage des Umweltbundesamtes (UAB) und der Bundesnetzagentur (BNetzA) unter mehr als 1500 in Deutschland ansässigen Betrieben hervor.

Firmen befürchten Mehraufwand

Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen sieht in der Einführung des digitalen Produktpasses vor allem einen Anstieg bürokratischer Prozesse und steigender Kosten. Es besteht die Befürchtung, dass die Einführung zu einem erhöhten Aufwand und der Bindung von Ressourcen führen könnte. Auch die Erfassung und Weitergabe von Umweltinformationen stößt auf Zurückhaltung. Bislang erfasst nur eine geringe Anzahl von Betrieben die Umweltauswirkungen ihrer Produkte digital oder teilt die entsprechenden Daten entlang der Wertschöpfungskette. Digitale Technologien bieten grundsätzlich großes Potenzial, die Nachhaltigkeitstransformation zu unterstützen.

Nachhaltigkeit⁠ bei Cloud-Anbietern oft vernachlässigt

Dennoch legen zahlreiche Unternehmen bereits großen Wert auf die Energieeffizienz ihrer Informationstechnik oder bemühen sich, die Nutzungsdauer ihrer Geräte zu verlängern. Bei der Nutzung von Cloud-Diensten spielen Umweltkriterien jedoch häufig keine Rolle: Nur jedes vierte Unternehmen, das bewusst Cloud-Lösungen nutzt, berücksichtigt dabei Faktoren wie Energieeffizienz oder den Einsatz erneuerbarer Energien. Vor dem Hintergrund der verstärkten Nutzung von Cloud- und KI-Diensten gewinnt dieser Aspekt jedoch zunehmend an Bedeutung.

Für eine erfolgreiche Einführung des digitalen Produktpasses sind praxistaugliche und kostengünstige Lösungen erforderlich sowie eine transparente Kommunikation der damit einhergehenden Vorteile. Unternehmen sollten in der Lage sein, die Effizienz ihrer Prozesse mit Hilfe des Produktpasses schnell und unkompliziert zu steigern und somit langfristig Ressourcen einzusparen. Die Etablierung des digitalen Produktpasses als Instrument für nachhaltiges Wirtschaften ist nur auf diesem Wege zu erreichen.

www.umweltbundesamt.de

Themen:Kreislaufwirtschaft | Nachhaltigkeit

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