Die Problematik wird aber meist erst dann aufgegriffen, wenn steigende Fehlzeiten oder die Motivation der Mitarbeiter zum Problem werden. Zur Gesamtproblematik gibt es mittlerweile genügend gesetzliche Vorschriften und Weisungen oder Handlungsempfehlungen. Im Umlauf sind weiterhin die verschiedensten Checklisten, die zu einer Verbesserung des Gesundheitsschutzes beitragen sollen. Nicht mehr zu zählen sind diesbezügliche Fachaufsätze und Statistiken. In der Praxis kann eine entsprechende Umsetzung daher schon mal recht unübersichtlich sein. Kernelemente eines optimalen Gesundheitsschutzes sowie der ergonomischen Gestaltung der Arbeitsplätze sind zum Beispiel:
eine den Arbeitsbedingungen angepasste Arbeitsplatzausstattung (Schreibtisch, Bürodrehstuhl)
Reflexionsfreie Aufstellung des Bildschirms
ausreichende Beleuchtung
angemessenes Raumklima
gesundheitlich unbedenkliche Bodenbeläge
Bei diesen Kernelementen handelt es sich ohne jede Frage um äußerst wichtige Bereiche. Es muss jedoch zwingend darauf hingewiesen werden, dass es mit der „Abarbeitung“ einer Checkliste für die sogenannten Kernelemente nicht unbedingt getan ist. Ungenügend gewürdigt und beachtet wird nämlich oftmals das klassische und notwendige ergonomische Zubehör. Hierzu zählen auch die Tastatur und die Maus. Nicht unberücksichtigt bleiben darf die steigende Anzahl von Handgelenksentzündungen. Was nützt schon der wunderbarste Schreibtisch oder der Super-Bürodrehstuhl, wenn der Mitarbeiter sich wegen Handgelenksproblemen krank meldet. Schuld daran ist nicht selten die zur Verfügung gestellte Tastatur oder aber die Maus. Erfahrungsgemäß gibt es auch in diesen Fällen nicht nur geringe krankheitsbedingte Fehlzeiten. In vielen Fällen könnten hier schon Handballenauflagen Abhilfe schaffen.
Nicht zu unterschätzen sind zudem die Gesundheitsprobleme, die sich durch eine falsche Stellung des Bildschirms ergeben können. Neben den Vorgaben für eine reflexionsfreie Aufstellung hat die Höhe des Bildschirms sowie der Betrachtungsabstand erhebliche negative Auswirkungen und kann eine Gesundheitsgefährdung darstellen. Große oder kleine Mitarbeiter haben an die Höhe des aufgestellten Bildschirms natürlich unterschiedliche Bedürfnisse. Nacken- oder Kopfschmerzen könnten da sicher oftmals schon vorprogrammiert sein. Abhilfe könnten Bildschirmhalterungen schaffen, die durch ihre Funktionalität und der Möglichkeit einer jederzeitigen Neupositionierung den individuellen Bedürfnissen angepasst werden können. Die hierfür in vielen Büros zu bestaunenden selbstgebastelten Holzkästen helfen in der Regel auch nicht weiter und sollten daher ganz schnell an ein Museum abgegeben werden. Es ist wohl unstrittig, dass für das „Gesamtpaket“ Gesundheitsschutz nicht nur die sogenannten Kernelemente ausschlaggebend sind, sondern eben auch das ergonomische Zubehör. Eine Kette bricht ja auch gerade im schwächsten Glied.
Hierzu sei nunmehr ein Hinweis aus der Praxis erlaubt: Die mit der Umsetzung und Optimierung des Gesundheitsschutzes betrauten Mitarbeiter haben wahrlich keine beneidenswerte Aufgabe. Man stelle sich nur einen Verantwortungsbereich mit Hunderten von Mitarbeitern vor, die auch noch an mehreren Standorten verteilt sind. Da ist dann eine individuelle Arbeitsplatzbegutachtung nicht so einfach oder nur sehr schwer durchführbar. Im Vorbeigehen ist das nicht zu realisieren. Insbesondere auch für diejenigen, die diese Aufgabe besonders sorgfältig ausführen möchten. Aber die Hände in den Schoß zu legen, wäre sicherlich die schlechteste aller Lösungen. Trotz aller Schwierigkeiten sollte man daher einfach mit einzelnen Bereichen und Abteilungen anfangen. Hier würde dann auch die Möglichkeit bestehen, ergonomisches Zubehör zu erproben. Optimal wäre es natürlich, wenn hierbei auf die Unterstützung eines fachkundigen Beraters zurückgegriffen werden könnte. Ideal wäre es weiterhin, wenn die Mitarbeiter ausreichend in der Gesamtproblematik „Gesundheitsschutz“ geschult werden könnten. Hört sich alles vielleicht ein wenig schwierig und praxisfremd an. Aber: Wo ist denn die Alternative?








