Trotz Konsumzurückhaltung, hoher Preissensibilität und einer teils gedrückten Stimmung im Einzelhandel zeigt die Jahresbilanz von hystreet.com ein positives Bild: Die Passantenfrequenz in deutschen Innenstädten lag 2025 nur minus 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert und sogar plus 1 Prozent über dem Niveau von 2023. „Frequenz ist nicht alles, aber sie ist die Grundvoraussetzung – und genau diese Basis war 2025 verlässlich vorhanden“, erklärt Julian Aengenvoort, Geschäftsführer von hystreet.com.
Verlässliche Muster mit klaren Peaks
Über das Jahr hinweg folgte der Wochenverlauf bekannten Mustern: erhöhte Frequenzen zum Wochenende, ruhige Montagsphasen, gelegentliche Ausschläge durch Wetter, Feiertage oder Events. Besonders stark waren die Monate April, November und Dezember. Der April profitierte vom frühen Saisonstart, während die Weihnachtszeit traditionell hohe Besucherzahlen verzeichnete. Dagegen blieb der Juni deutlich unter dem Vorjahresniveau – bedingt durch den Wegfall des Sonderfaktors Fußball-EM 2024.
Toplagen leicht rückläufig – Mittelstädte stabiler
Die Analyse nach Städtegruppen zeigt: Orte außerhalb der Top 7-Metropolen verzeichneten stabilere oder sogar leicht steigende Frequenzen (plus 0,2 Prozent). In München, Frankfurt und Köln hingegen lagen die Spitzenlagen (z. B. Kaufingerstraße, Zeil, Schildergasse) rund 1 bis 3 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Das zeigt, dass auch Citykerne jenseits der absoluten Toplagen zunehmend an Bedeutung gewinnen“, so Aengenvoort.
Weihnachtsgeschäft 2025: Breite Dynamik in der Fläche
Im Dezember erreichte die Innenstadtfrequenz bundesweit einen Spitzenwert: Der hystreet-Index lag bei plus 5 Prozent. Besonders auffällig: Die Städte der Gruppen Top 8 bis 30 legten stärker zu als die Top 7. Auch der Shopping-Samstag nach Weihnachten zeigte Unterschiede – während in den Top 8 bis 30 ein Plus von 5 Prozent gemessen wurde, fiel der Wert in den Top 7 sogar leicht.
Frequenz stabil – Umsatz unter Druck
Während die Besucherzahlen stabil blieben, zeigen Umsatzindikatoren ein gemischtes Bild: Der „Testclub“ der Textilwirtschaft meldete ein Umsatzminus von 7 Prozent. Laut HDE waren 66 Prozent der Händler mit dem Weihnachtsgeschäft unzufrieden. Dennoch betont Aengenvoort: „Selbst wenn Umsätze oder Stimmung schwanken, bleiben Besucherströme vorhanden. Entscheidend ist, wie gut Frequenz in Konversion und Aufenthaltsqualität übersetzt wird.“
2025 brachte stabile Innenstadtfrequenzen – und damit Chancen für Handel, Gastronomie und Dienstleistung. Wer gezielt auf Sortiment, Service und Erlebnis setzt, findet weiterhin belastbare Voraussetzungen für Erfolg am Point of Sale.







