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Startseite » Praxis » Höchststand bei Firmenpleiten seit 20 Jahren
Die Firmeninsolvenzen waren seit dem Jahr 2005 nicht mehr so hoch.
Bild: IWH

IWH-Insolvenztrend

Höchststand bei Firmenpleiten seit 20 Jahren

Kalender Icon12. Mai 2025
Autor IconRedaktion

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist im April überraschend gestiegen. Laut Insolvenztrend des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ist dies der höchste Wert seit 2005.

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland liegt laut IWH-Insolvenztrend im April bei 1626. Das sind elf  Prozent mehr als im Vormonat, 21 Prozent mehr als im April 2024 und 67 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen April der Jahre 2016 bis 2019. Die Aprilzahlen übersteigen sogar die Werte aus der Zeit der Finanzkrise 2008/2009. Zum letzten Mal wurden in Deutschland im Juli 2005 mehr insolvente Personen- und Kapitalgesellschaften gezählt.

Die Schließung großer Unternehmen hat oft signifikante Auswirkungen auf die Einkommen und Löhne der betroffenen Arbeitnehmer. Die Zahl der von Großinsolvenzen betroffenen Arbeitsplätze gibt zudem eine gute Annäherung an die Gesamtzahl der von Insolvenz betroffenen Arbeitsplätze. Gemäß dem IWH-Insolvenztrend waren im April in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen 14.000 Arbeitsplätze betroffen. Damit liegt die Zahl der betroffenen Beschäftigten um 14 Prozent unter dem Vormonatswert und 53 Prozent unter dem Niveau von April 2024, jedoch knapp die Hälfte über dem Durchschnitt des Aprils der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019.

Die Insolvenzstatistik umfasst sowohl größere Insolvenzen als auch kleinere Fälle ohne ausreichende Insolvenzmasse. Das IWH erhebt Frühindikatoren, die dem Insolvenzgeschehen vorauslaufen und die künftige Entwicklung besser erfassen. Die IWH-Insolvenzforschung rechnete zuletzt mit konstanten oder leicht rückläufigen Insolvenzzahlen bis April. Ein Grund für die höher als erwartet ausgefallenen Werte im März und April war ein ungewöhnlich hoher Anteil kleiner Insolvenzverfahren.

„Sofern der Anteil an kleineren Insolvenzverfahren sich nun wieder dem langjährigen Durchschnitt annähert, rechne ich für die kommenden Monate mit sinkenden Insolvenzzahlen“, sagt Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. „Dennoch werden wir in Deutschland auf absehbare Zeit mehr Firmenpleiten erleben als im vorigen Jahr.“

www.iwh-halle.de

Themen:Insolvenz | Konjunktur
Firmen & Hersteller:Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

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